Nicht wirklich, aber eigentlich doch. Wer die Naturzeit-Reiseführer kennt, weiß, dass wir eher Europareisende sind – aus Überzeugung und weil unser Campingbus nicht fliegen kann. Doch hier liegt jetzt der zweite Reisebericht des Naturzeit Verlages vor mir auf dem Tisch. Er entführt uns nach Afrika. Und er ist genauso ungeplant entstanden, wie das erste Buch der Reihe Naturzeit-Reise-Abenteuer. Der Weg zu »Hakuna Matata« begann mit einer Begegnung, großartigen Fotos und der Vermittlung einer Freundin…

Roadtrip durch Afrika
Das war im letzten Winter und wir waren auf einem Bildvortrag – in unserer Freizeit und aus persönlichem Interesse. Zwei Frauen erzählten hier über eine ungewöhnliche Reise. Mit ihrem Landrover namens »Blaue Elise« waren Stefanie und Birgit ein ganzes Jahr im Süden und Südosten Afrikas unterwegs. Sie bauten ihren Landy selbst zum Camper aus, lernten Offroad-Fahren und Campen. Nach vier Jahren Vorbereitung war es so weit: Die beiden kündigten ihre Jobs als Journalistin und Ärztin für Psychotherapie und verschifften ihre »Blaue Elise« nach Kapstadt. Hier beginnt im Dezember 2017 ihre große Reise, von der die beiden, jede aus ihrer Sicht, in »Hakuna Matata« berichten.


Zwei Frauen, eine Reise
Die Blickwinkel sind unterschiedlich. Der Fokus der Psychotherapeutin unterscheidet sich schon naturgemäß von dem der Journalistin. Es ist Stefanies Faszination für Afrika, einen der wildesten und ursprünglichsten Kontinente der Erde, der den Ausschlag gab für das Reiseziel. Auf eigene Faust auf Safari gehen, Spuren suchen, Tiere beobachten und fotografieren ist ihre große Leidenschaft. Afrika und seine Menschen faszinierten sie schon als Schülerin.
Birgit ist da etwas vorsichtiger. Und wenn eine Psychotherapeutin über eine Reise erzählt, spielt nicht nur der Blick auf das Land eine Rolle. Denn schließlich ist jede Reise auch ein Weg zu uns selbst. Was mache ich mit meiner Angst? Was macht die Reise mit uns und unserer Beziehung? Wie verändern uns ein Jahr Auszeit, Begegnungen unterwegs und die völlig andere Lebenseinstellung der Menschen in Afrika?

»Hier in der Serengeti sind wir recht pragmatisch geworden, konzentriert aufs Wesentliche. Der Reservereifen wohnt im Moment im Auto auf unserem Sofa, da der Dachgepäckträger nicht mehr existiert. Unser Kühlschrank funktioniert leider nur noch bei laufendem Motor. Sobald wir stehen, wird das Bier warm. Dafür sind die Duschen in der Serengeti kalt. Unsere Vorräte gehen zur Neige. Wir essen überwiegend Trockenfutter und Nudeln. Doch das alles macht uns nichts, denn wir haben ein Ziel: die Great Migration der Gnus.«
Hakuna Matata
Der schwarze Kontinent hält viele Höhepunkte aber auch so manche Herausforderung für die Beiden bereit. Ihre Erlebnisse reichen von der Konfrontation mit einem Buschbrand, Sandpisten, Schlaglöchern und technischen Problemen, über ein Nashorn am Mittagstisch und Elefanten neben dem Landy bis zu unberechenbaren Polizeikontrollen. In Afrika begegnet man solchen Kleinigkeiten vorzugsweise mit Gelassenheit: »Hakuna Matata« – Alles kein Problem. Und genau das soll auch zu einer der wichtigsten Erfahrungen dieser Reise werden…

»Abends entfachen wir ein schützendes Lagerfeuer. Der Geruch von brennendem Holz, das Knistern, die fliegenden Funken, mein Blick versunken in die Flammen. Das schafft mittlerweile ein Gefühl von Geborgenheit. Am Horizont ziehen dunkle Wolken auf. In der Ferne erhellen Blitze die Dunkelheit. Donner grummelt leise. Es ist Buschfeuersaison. Doch die Distanz nimmt die Bedrohung. Wir genießen dieses Naturkino und rutschen tiefer in unsere Stühle. Wir wissen, afrikanischen Urgewalten kann man nichts entgegensetzen. Trotzdem sind Ängste und Sorgen einem tiefen Vertrauen gewichen. Vertrauen darauf, dass passiert, was passieren soll.«
>> Weitere Infos über das Reisen in Afrika und den Ausbau eines Landrovers zum Campervan findet ihr auf Steffis und Birgits Blog Giraffe13