Vanlife

Kompakte Basisausstattung für den Campervan

Kleine Fahrzeuge mit eingeschränktem Stauraum stellen besondere Ansprüche an eure Ausrüstung. Hier bewähren sich andere Dinge, als in einem großen Wohnmobil. Genau darum geht es geht uns in unserer Naturzeit Vanlife-Serie. Wir werden deshalb keine komplette Aufstellung der Basisausrüstung in einem Campervan liefern, sondern ganz konkret platzsparende, praktische Ausrüstung vorstellen, die sich in unserem Reisealltag bewährt hat.

In diesem ersten Post dreht sich alles um die Basics: Schlafen, draußen wohnen, kochen und essen. Und auch ein bisschen um das Thema Badezimmer, denn die meisten kleinen Campervans haben keine »Nasszelle« an Bord. Darüber hinaus gibt es noch viele nützliche kleine Dinge, die das Leben im Campervan bequemer machen – die folgen dann im nächsten Post.

Eines vorweg: Wenn ihr einen kleinen Campervan oder gar einen ausgebauten PKW fahrt, solltet ihr für die Ausstattung eures Fahrzeuges eher im Outdoorhandel auf die Suche gehen als im Campingbedarf. Nehmt außerdem nur mit, was ihr wirklich braucht und bevorzugt Gegenstände, die vielseitig einsetzbar sind. »Weniger ist mehr« gilt nicht nur bei Outdooraktivitäten, sondern auch beim Campen mit dem Bulli oder Caddy.

1. Übernachten im Campervan

Schlafsäcke sind im Campervan handlicher als schwere Bettdecken. Wenn ihr dann spontan am Strand schlafen wollt, oder einfach nur in der Hängematte vor dem Bus, seid ihr mit einem Schlafsack auch gleich richtig ausgerüstet. Wir beziehen die Polster mit einem Spannbettlaken, sodass wir unsere Schlafsäcke auch offen nutzen können. Kopfkissen sind besonders wichtig für eden Schlafkomfort, wir nehmen deshalb die gewohnten und bewährten von zu Hause mit.

Fahrt ihr im Sommer in den Süden, wird es vor allem im Dachbett oft ziemlich warm. Ein Bettlaken oder ein anderes dünnes Tuch leistet dann gute Dienste als Deckenersatz.

2. Tisch und Stühle mit kompaktem Packmaß

Tisch und Stühle für draußen gehören zu den sperrigsten Teilen der Campingausrüstung. Wir haben daher viel Zeit damit verbracht, für uns die optimale Lösung zu finden und beides mehrfach an die sich verändernden Bedürfnisse angepasst.

Die ersten Jahre waren wir zu viert mit einem VW T4 mit Hochdach unterwegs. Tisch und Stühle lagen zu dieser Zeit meist im zusammengeklappten Bett im Hochdach. Ein großer, vergleichsweise schwerer Klapptisch – stabil genug um auch zappelnde Kinder auszuhalten – und vier Stühle mussten abends hinunter in den Wohnbereich und irgendwo im oder vor dem Bus einen guten Platz finden. Kein Problem, wenn ihr zwei Wochen auf einem Campingplatz steht, aber schon schwieriger bei Reisen mit häufigem Ortswechsel, der bei Recherchereisen kaum zu vermeiden ist.

Transport auf dem Fahrradträger

Als die erste lange Tour nach Sardinien anstand, brauchten wir eine Alternativlösung. Sie war grau und etwas unhandlich: in der Fiamma-Packtasche aus Textilmaterial verpackt, landeten Tisch und Stühle auf dem Fahrradträger. Schwimmnudeln und Federballschläger passten auch noch mit hinein. Die Fahrräder blieben zu Hause. Das funktionierte einwandfrei und da wir vom Zelten kamen, empfanden wir die Lösung als komfortabel und gut zu machen. Verglichen mit dem Aufbau eines Familienzeltes war der abendliche Busumbau nur Pipifax!

Bullicamping
Tisch und Stühle stecken in der Tasche auf dem Fahrradträger.
Capo Comino

Beim Umstieg vom VW-Bus auf einen Ford Nugget wurde der Transport von Tisch und Stühlen zur neuen Herausforderung. Der Nugget glänzt durch einen gut aufgeteilten Wohnraum und ein breites Dachbett. Er überzeugt uns auch durch ein funktionierendes Zweiraumkonzept auf engstem Raum. Aber der Stauraum schrumpfte im Nugget im Vergleich zum VW T4. Der einzige denkbare Platz für Tisch und Stühle schien uns der Bereich hinter der Sitzbank und unter dem Küchenblock. Maximalbreite der Tischplatte: 60 Zentimeter. Ein kleinerer Tisch musste her und auch unsere großen bequemen Gartenstühle passten da nicht rein. Was nun?

Staufach im nugget
Das hier ist unser persönliches »Nadelöhr« beim Laden größerer Gepäckstücke. Alles was hier hindurch geht, bleibt schnell und unkompliziert greifbar.

Nach ausführlicher Suche schafften wir ein kompaktes Set von Lafuma an. Jetzt hatten wir einen Tisch und vier Stühle unter der Bank. Um auch nur einen einzigen Stuhl herauszuholen, musste die Sitzbank im Bus ganz nach vorne gezogen werden. Das funktioniert nur, wenn der Bereich vor der Sitzbank im Fahrgastraum komplett frei ist. Bei einem Wohnraum von zehn Quadratmetern und vier Personen ist das nicht sehr realistisch! Meist hieß es also räumen. Immer noch suboptimal!

Ein zerlegbarer Stuhl würde durch die kleinere Öffnung auf der anderen Seite des Faches passen und das Problem lösen. Und so machten wir uns erneut auf die Suche nach einer Lösung. Inzwischen sind wir dabei wohl zu Experten für kleine, leichte Klappstühle mutiert.

Unser Weg zum perfekten Stuhl

Darf ich vorstellen: Helinox Chair One, Helinox Sunset Chair, der Lafuma Campingstuhl und einer unserer bequemen aber riesigen Campingstühle aus dem Gartencenter. Unten seht ihr den Unterschied im Packmaß.
Campingstühle zusammengeklappt

Unsere aktuelle Lösung ist der Helinox-Klappstuhl. Erst war es der kleine Chair One, auf dem man nur knapp über dem Boden schwebt. Ursprünglich angeschafft als Sitzgelegenheit bei unseren mehrtägigen Kanutouren, kam er schnell auch als Sonnensitz zum Einsatz, wenn wir zu faul waren, die großen und zudem eher unbequemen Lafuma-Stühle aus ihrem Fach zu befreien. Schnell folgte der erste Helinox Sunset-Chair in normaler Stuhlhöhe und noch ein bisschen später blieben die Lafuma-Klappstühle einfach zu Hause.

Im Sunset-Chair kann man vergleichsweise bequem in der Sonne lümmeln aber auch noch einigermaßen manierlich am Tisch sitzen. Er ist in Sekundenschnelle aufgebaut und problemlos im Handling – auch noch nach fünf Jahren im ständigen Einsatz. Im zusammengefalteten Zustand wird aus dem Stuhl ein handliches Paket, das wir mit einem Griff unter der Bank herausziehen können. Die Stühle sind außerdem leicht genug, um sie auch mal zum Fluss- oder Seeufer zu tragen oder, um sie zum Sonnenuntergang mit ans Meer zu nehmen. Perfekt. Wir sind zufrieden.

Das Helinox-Konzept ist so überzeugend, das es inzwischen einige Nachahmer gefunden hat. Ihr könnt also zwischen mehreren Stuhlmodellen mit ähnlichem Aufbau wählen.

Die Suche nach dem passenden Tisch

Der Weg zum Tisch
Der neue Falttisch mit faltbarerer Bambusplatte, unser uqip-Mini-Rolltisch für Kanutouren, der kleine Lafuma Campingtisch und unser Erstling, dessen Metallgestänge mit einer Schraube stabil fixiert wird. Da wackelt nichts, aber das Teil ist richtig schwer. Unten seht ihr noch einmal den Unterschied im Packmaß.
Campingtische

Nur um an den Tisch zu kommen, musste die Sitzbank im Campervan jetzt noch nach vorne gezogen werden. Unser Mini-Falttisch aus dem Kanu-Equipment kam als improvisierter Tischersatz für kurze Zwischenstopps ins Gepäck. Er ist klein und wackelig. Für ein komfortables Frühstück also nur mäßig erfreulich, obwohl wir inzwischen nur noch zu zweit daran Platz nehmen müssen. Also weiterhin suboptimal. Was jetzt? Wir legten unseren Lafuma-Tisch tagsüber wieder ins Dachbett. Dort war er besser greifbar. Nachts und am Morgen stand er dann unten in der Küche im Weg herum.

So machten wir uns wieder auf die Suche – diesmal nach einem passenden Tisch mit rollbarer Tischplatte. Denn nur so einer passt durch die Öffnung im Küchenblock und zu den Stühlen unter die Spüle. Die Suche war lange erfolglos, denn die Tische waren uns alle zu klapprig. Bis wir auf ein neues Konzept stießen: einen Campingtisch mit klappbarer Tischplatte. Und hier ist er, unser Neuer!

Der Sunset-Chair ist am Tisch gut einsetzbar und trotzdem bequem zum Lesen und in der Sonne sitzen. Auch aus dem Tisch wird im zusammengeklappten Zustand ein handliches Paket (die schwarze Tasche oben im Bild), das auch in einem kleinen Campervan gut zu verstauen ist.

Die Tasche des Campz Falttisches ist mit 81 x 11 x 16,5 Zentimetern handlich aber doch gut sechs Kilo schwer. Die ausgeklappte Tischplatte hat 80 x 65 Zentimeter und ist aus schnell nachwachsendem, relativ leichtem Bambusholz. Die Alu-Füße sind verstellbar, um Unebenheiten auszugleichen. Der Tisch macht einen robusten, stabilen Eindruck, sieht schick aus und der Preis ist erschwinglich. Er ist aber bisher noch neu und unerprobt.

Helinox Chair One
Die kleinen Helinox-Stühle und ein niedriger Falttisch sind unsere Komfortausrüstung für Paddel- oder Fahrradtouren. Sie eignen sich aber auch als Minimalausrüstung für Caddy-Camper oder für Reisen mit dem Motorrad.

Das hier sind unsere Kriterien für einen guten Campingtisch:

  • stabile Konstruktion aus langlebigen Materialien
  • verstellbare Tischbeine mit denen man Unebenheiten ausgleichen kann
  • Tischplatte abwischbar und resistent gegen Feuchtigkeit
  • Beine leicht abklappbar, ohne sich dabei die Finger zu klemmen
  • lückenlos zusammenpassende Teile der Tischplatte

3. Hängematte statt Liegestuhl

Hängemattenparadies

Bei der Wahl unseres Stellplatzes geben häufig auch die Bäume in der Umgebung den Ausschlag und das nicht nur wegen des Schattens. Zwei Bäume in Hängemattenentfernung sind perfekt für einen gemütlichen Lagerplatz. Das sanfte Schaukeln der Hängematte ist mir hundertmal lieber als jeder noch so bequeme Liegestuhl, der außerdem in unserem Campervan eh keinen Platz hat.

Unsere Hängematte ist aus Fallschirmseide (Amazonas Silk Traveller) und so besonders leicht und handlich. Wir haben dieses Modell gewählt, weil es mit etwa 350 Gramm Gewicht und kleinem Packmass auch noch in den Rucksack geht. Als Aufhängung dienen zwei lange Spannriemen, die um den Baum geschlungen werden. Sie lassen sich leicht dem Abstand der Bäume anpassen und brauchen, weil das Band breit genug ist, keinen speziellen Baumschutz. Nutzen wir die Hängematte gerade nicht, sind die Spannriemen auch anderweitig verwendbar. Als leichtere Alternative für den Rucksack haben wir spezielle Hängemattenseile, die aber kürzer und somit längst nicht so flexibel sind.

Die Hängematte am Campervan befestigen

Auf stylischen Vanlife-Fotos baumelt die Hängematte gerne zwischen dem Fahrzeug und einem Baum. Sieht cool aus, funktioniert aber bei den meisten Campingbussen nicht ohne spezielle Vorrichtung am Fahrzeug. Auf den ersten Blick bietet sich der Fahrradträger zum Befestigen des Seiles an. Aber Vorsicht! Was bei einer gespannten Wäscheleine kein Problem macht, wird beim Gewicht einer Hängematte schon schwieriger. Die zugelassene Traglast reicht bei vielen Fahrradträgern nicht aus. Zudem zieht das Gewicht einer Hängematte auch noch von der Seite statt, wie bei einem Fahrradträger eigentlich vorgesehen, gleichmäßig von oben zu kommen. Bei uns funktioniert diese Lösung jedenfalls nicht.

4. Küchenequipment im Campervan

Die meisten kleinen Campervans haben eine fest eingebaute Küche mit Zweiflammenkocher, Spüle, Wassertanks und Kühlbox. Unserer auch! Wer einen PKW zum Camper umbaut, sollte dagegen in einen guten Gaskocher investieren. Gut geeignet sind die flachen Kocher mit zwei Gasflammen, bei denen die Gaskartusche über einen Schlauch angeschlossen wird. Wenn ihr etwas kompakteres sucht, solltet ihr euch bei den Sturmkochern (zum Beispiel Trangia oder Primus) umsehen.

Ein Sturmkocherset besteht aus Kocher, Töpfen und einer Pfanne, die ineinander gestapelt sind. Eure komplette Küchenausstattung verschwindet quasi in einem Päckchen vom Format eines großen Topfes. Sturmkocher werden außerdem mit kleineren Schraubkartuschen betrieben, die ebenfalls wenig Platz brauchen. Sie sind durch den integrierten Windschutz sehr schnell, stehen besonders sicher und sind außerdem langlebig und gut zu bedienen. Wir brauchen unseren Trangia Sturmkocher nur für Kanu- und Fahrradtouren. Er ist übrigens seit über 25 Jahren in Betrieb und wir haben nur vor einiger Zeit die früher üblichen Alutöpfe gegen neue mit Hartaneloxierung ersetzt.

Töpfe und Pfanne

Auch in den Schränken im Küchenbereich ist Stauraum nicht so üppig wie in einem großen Wohnmobil. Wir verwenden deshalb ein Set ineinander stapelbare Campingtöpfe ohne Griffe. Es besteht aus zwei Töpfen und einer Pfanne. Der Vorgänger hatte noch einen Topf mehr – einen ganz kleinen – denn wir gerade ab und zu vermissen. Das Handling auf dem Herd funktioniert mit dem üblichen zugehörigen Klappgriff. Der Deckel des großen Topfes hat einen Ausguss fürs Nudelwasser. Mehr braucht man nicht. Die Töpfe werden im Bus längst nicht so strapaziert wie auf Trekkingtouren, sodass wir uns für die Komfortlösung mit Beschichtung entschieden haben. So können wir in den Töpfen auch mal Gemüse anbraten und das Essen hängt nicht an. Unser erstes Set hatten wir fast 20 Jahre in Betrieb und haben es erst letztes Jahr gegen ein neues ersetzt, weil die Teflonbeschichtung doch langsam spröde wurde.

Kuechenequipment
Tassenstapel, Topfset, unsere Ortlieb Faltschüssel und die kleinen scharfen Victorinox Messer mit denen man sogar recht gut Brot schneiden kann.

Faltschüssel

Ein zweites wichtiges Utensil aus dem Outdoorbedarf, auf das wir niemals verzichten würden, ist unsere Ortlieb Faltschüssel. Wir haben sogar zwei – eine mit und eine ohne Griffe. Beide sind fast dreißig Jahre alt und immer noch verwendbar. Die mit Griffen ist unsere Spülschüssel. Sie eignet sich perfekt für den Transport des Geschirrs zu den Sanitäranlagen. Die Zweite ist seltener und nur zum Wäsche waschen im Einsatz.

Teller und Schüsseln

Unzerbrechliche Teller gibt es in großer Auswahl und welche ihr verwenden wollt, ist einfach nur Geschmacksache. Am Anfang hatten wir budgetschonend einen Satz Ikea-Teller und Becher im Einsatz. Das reicht völlig aus. Heute transportieren wir pro Person einen flachen und einen tiefen Teller und ein Müslischälchen. Dazu kommt eine Salatschüssel, ein Holzbrettchen, zwei Korkuntersetzer und ein kleiner Messbecher.

Bullitasse

Tassen und Gläser

Emaille-Tassen mit Bullimotiven sind einfach in. Klar braucht man so ein Lieblingsstück in einem Campervan. Besonders praktisch sind die Teile allerdings nicht. Emaille ist ein guter Wärmeleiter. Füllt ihr den Becher mit einem heißen Getränk, wird nicht nur der Becher, sondern auch noch der Griff heiß – und das in Windeseile. Das ist nur an kalten Tagen im Freien angenehm, wenn ihr einen Handwärmer braucht. Ansonsten verbrennt ihr euch sehr schnell die Finger und der Kaffee wird genauso schnell wieder kalt. Außerdem ist das Material auch noch vergleichsweise empfindlich. Fällt eine Emaille-Tasse herunter, splittert oft die Glasur und euer Schmuckstück kriegt unschöne Macken.

Kunststofftassen sind eigentlich praktischer. Wenn ihr hochwertige aussucht, sind sie auch ganz angenehm zum Trinken. Emaille könnt ihr dafür gut reinigen. Selbst die hässlichen braunen Teeränder lassen sich mit etwas Ausdauer entfernen. Spätestens wenn ihr die Tassen zu Hause in die Spülmaschine stellt, werden sie wieder blitzeblank. Außerdem sind Tassen aus Emaille einfach viel viel, viel schöner als Plastiktassen! Auch wenn wir sonst eher praktisch veranlagt sind, ein bisschen stylisch mögen wir es doch. Auf unsere Adventure-Bulli-Cups wollen wir tatsächlich nicht verzichten! Wir haben also beides dabei: große Emaille-Tassen und Kunststofftassen als Ersatz. Sie sind etwas kleiner als die Emaille-Tassen und lassen sich in diese hineinstellen. In die Kunststofftasse kommt dann für jede noch ein kleines, französisches Weinglas. Das passt geradeso hinein und ist dort auch gleich gut geschützt.

Besteck

In der Besteckschublade tummelt sich pro Person ein Satz Besteck plus ein Set als Reserve. Dazu Flaschen- und Dosenöffner, ein Korkenzieher und zwei kleine scharfe Messer. Zwei Holzlöffel (wegen den beschichteten Töpfen), die einmal in der Puppenküche meiner Tochter zu Hause waren, und ein winziger Schneebesen. Alles was wir sonst noch zu brauchen meinen, fahren wir meist ungenutzt spazieren.

Messer

Eine echte Entdeckung waren unsere kleinen Küchenmesser von Victorinox. Sie sind nicht teuer und richtig scharf. Sie eignen sich zum Essen, aber auch zum Brot und Gemüse schneiden und passen locker in die Besteckschublade.

4. Mini-Toilette im Campervan

In unserem Fünfmeter-Campervan gibt es wie in jedem normalen Bulli keine Nasszelle. Für ein Porta Potti, das transportable Chemieklo, konnten wir uns nie erwärmen. Warum? Hier steigen wir tiefer in dieses Thema ein.

Wir reisen also ohne WC und ziehen deshalb einfache Campingplätze als Quartier einem Wohnmobilstellplatz vor. Stellplätze kommen nur in Frage, wenn sie auch eine Toilette anbieten oder wenn Sie sehr naturnah liegen. Wir stehen aber auch häufig frei, allerdings auch das nur in naturnaher Umgebung. Für Toilettengänge gelten dann die Outdoorregeln.

Outdoortoilette ohne Tretminen

In unserer Bustür befindet sich – stets greifbar – ein Minispaten. Selbstverständlich ist auch dieser klappbar. Wie bei allen Aktivitäten in der Natur gilt auch bei der Toilette im Wald: Keine Spuren hinterlassen. Exkremente sind in normaler Konzentration für die Natur nicht schädlich, aber keiner tritt gerne in ein Scheißhäufchen. Ob es ein Hund oder Mensch abgelegt hat, ist dabei ziemlich egal. Fast ebenso unangenehm sind die unschönen Ansammlungen aus herumliegendem und nur langsam verrottendem Toilettenpapier. Beides könnt ihr problemlos vermeiden!

Beim Pipimachen nehmen wir das Papier einfach wieder mit, sammeln es gegebenenfalls in einer Papiertüte und entsorgen es im nächsten Müll. Bei größeren Geschäften kommt der Spaten zum Einsatz und alle Hinterlassenschaften inklusive Toilettenpapier werden ausreichend tief vergraben.

Auch wichtig: Verwendet auch draußen richtiges Toilettenpapier. Taschentücher brauchen deutlich länger zur Zersetzung. Feuchttücher aller Art gehören niemals in die Natur. Auch nicht, wenn ihr sie vergrabt.

Hilfsmittel Mini-Toilette
Klappspaten und Pieselhilfen für Frauen. Ein delikates Thema. Aber sehr sehr wichtig, damit Campervans auf freien Plätzen nicht zum Ärgernis werden.

Hilfsmittel für eine improvisierte Toilette

Beim Pipimachen in der Natur haben Männer definitiv einen Vorteil. Für Frauen gibt es aber Hilfsmittel (Frauenurinal), die es möglich machen, ebenfalls im Stehen zu pieseln, statt mit nacktem Po in der Natur zu hocken und dabei hilflos den hungrigen Mücken ausgeliefert zu sein. Sie variieren von einer einfachen Plastikrinne bis zum anatomisch geformten Trichter aus weichem Kunststoff. In Kombination mit einem kleinen, sicher zuschraubbaren Kanister mit großer Öffnung ermöglichen sie auch das »kleine Geschäft« im Campervan, wenn in der Nacht der Weg zu den Sanitäranlagen zu weit ist oder statt Toilette nur eine V/E-Station zur Verfügung steht.

Urin entwickelt schnell einen beißenden Geruch. Wenn ihr also sicher seid, dass ihr den Inhalt eures Kanisters in eine Toilette oder eine V/E und nicht in die Natur entlassen werdet, könnt ihr den Geruch mit ein paar Tropfen Handspülmittel neutralisieren, die ihr einfach in den Urin tropft. Das funktioniert erstaunlich gut.

Kildwick MiniLoo
Das Kildwick MiniLoo ist eine umweltfreundliche Alternative zum Porta Potti

Eine Trenntoilette im Campervan

Sehr spannend finden wir auch die neue Trenntoilette »MiniLoo« der jungen Leipziger Firma Kildwick. Sie ist in einer Holzbox untergebracht, die nur wenig mehr Platz braucht als ein Porta Potti. Mit zugeklappten Deckel kann sie als Sitzplatz genutzt werden. Nachdem in diesem Sommer durch die Corona-Kontaktbeschränkungen Autarkie im Campervan eine ganz andere Relevanz hat, als in anderen Jahren, werden wir die mobile Trenntoilette in diesem Sommer für euch testen. Unseren Bericht findet ihr hier. Vielen Dank an Kildwick für diese Kooperation.

Transparenzhinweis zum Thema Werbung: Alle Ausrüstungsgegenstände, die wir in diesem Artikel vorstellen haben wir im Laufe der Jahre selbst angeschafft und komplett bezahlt. Wir empfehlen sie ausschließlich aus Überzeugung und ohne einen Nutzen daraus zu ziehen. Eine Gegenleistung der genannten Hersteller gab und gibt es nicht.

Nur das MiniLoo wurde uns von Kildwick kostenlos zum Test zur Verfügung gestellt. Wir haben diese Kooperation aber aus persönlichem Interesse selbst angefragt und werden hier ohne Zensur berichten, wie die mobile Trenntoilette sich in unserem Reisealltag bewährt.

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