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Vanlife im Baltikum

Naturzeit im Campervan

Reisen im Bulli oder einem anderen Campervan mit wenig Stauraum

Wir schreiben Wanderführer für den Naturzeit Verlag und Wohnmobilreiseführer für den WOMO Verlag. Durch die Recherche für unsere Bücher sind wir viel unterwegs und leben inzwischen etwa ein Drittel des Jahres im Campervan. Dabei sind wir fast jeden Abend an einem anderen Platz. Wir fahren einen Ford Nugget mit Hochdach, der mit fünf Metern Länge und knapp zwei Metern Breite die Maße eines großen PKWs aufweist und exakt so groß ist wie der legendäre VW. Er passt auf einen normalen PKW-Parkplatz und fast jede schmale Bergstraße, nur Höhenschranken bremsen uns aus. Auf das Hochdach wollen wir aber trotzdem nicht verzichten.

Frühstück mit Ausblick
Frühstück in der Bustür mit bestem Ausblick

Wir haben aus Überzeugung einen kleinen Campervan entschieden, auch wenn ein größeres Fahrzeug manchmal bequemer wäre. Wir leben gerne nahe an der Natur und der Sitzplatz in der Schiebetür ist vor allem bei Parkplätzen mit grandioser Aussicht extrem geliebt. Selbst wenn an kühlen Tagen der Tisch im Bus gemütlicher ist, als der vor der Tür, fühlt sich dieser mit offener Schiebetür ein wenig nach draußen an. Für uns persönlich ist unser handlicher Bus zur Zeit der perfekte Kompromiss zwischen geschütztem Raum und dem Leben in der Natur.

Camperromantik
Die Stühle müssen nicht immer direkt vor dem Camper stehen. Sind sie handlich genug, kann man sie auch schnell mal zum Meer hinübertragen.

Unser Wohnraum im Fahrzeuginneren besteht inklusive Fahrerhaus aus knapp 10 Quadratmetern. Dazu kommt das Klappbett im Hochdach mit einer Breite von 1,40 Metern, das wir unterwegs nicht zusammenklappen, sondern auch tagsüber als »zweite Etage« nutzen.

Weniger ist mehr

Auf so engem Raum zu leben und zu arbeiten macht jegliche Räumerei extrem lästig. Unser wichtigstes Konzept ist es daher, dass jedes Teil der Ausrüstung seinen Platz hat und greifbar sein muss und das obwohl wir beide sonst eher etwas chaotisch sind. Die Anzahl der Teile, die zum Schlafen oder zum Weiterfahren aus dem Weg geräumt werden müssen, sollten sehr überschaubar bleiben. Das klappt am besten, wenn wir nicht mehr mitnehmen als unbedingt notwendig ist.

So haben wir in den letzten Jahren unsere Ausrüstung immer wieder optimiert. Aussortiert, neue Dinge getestet, den Markt für klappbares und faltbares Campingzubehör gescannt. Weil wir außerdem viel wandern und auf mehrtägigen Touren mit dem Kanu unterwegs sind, muss auch Equipment transportiert werden, das wir nach den gleichen Kriterien auswählen. So besitzen wir inzwischen ein Faltboot und einen Luftkanadier, Rucksäcke und Zelte in verschiedenen Größen, haben meist einen zweiten Kocher für mehrtägige Touren im Auto, die Isomatten stecken in der Fahrertür und Wanderschuhe und Stöcke haben einen festen Platz unter der Sitzbank.

Ein echter Naturzeit-Stellplatz

Die Naturzeit Vanlife-Serie: Basiswissen und Camper-Hacks

Alles was wir in dieser kleinen Vanlife-Serie schreiben und zeigen stammt aus eigener Erfahrung und unserer Praxis. Wir erheben dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit, denn es gibt vieles, dass wir noch gar nicht ausprobiert haben.

Die ersten beiden Kapitel und unsere Projekte für 2020 sind bereits online. Der Rest der Serie folgt in den nächsten Wochen.

1. Teil: Naturzeit im Campervan
2. Teil: Kompakte Basisausrüstung im Campervan
3. Teil: Der nützliche Kleinkram
4. Teil: Stauraum erweitern im Campervan
5. Teil: Camper-Hacks für unterwegs
6. Teil: Bulli-Camping im Winter

Die Vanlife-Projekte für 2020 und 2021

>> Online mit dem CamperNet
>> Das Kildwick MiniLoo – eine Trenntoilette als Porta Potti
>> Mobile Solarzelle SolarFlex mit 120 Watt von autarker.de
>> Packraft MRS Barracuda als kompaktes Immer-Dabei-Boot für Zahm- und Wildwasser
>> Wasserfilter statt Plastikflaschen

Autorinnenfoto
Das sind wir: links Stefanie, rechts Andrea und im Hintergrund unser Nugget Campervan.

Unsere Bücher

>> Wandern und Entdecken mit der Reihe Naturzeit aktiv
>> Abenteuer und Erholung für Familien aus dem Naturzeit Verlag
>> Unsere Wohnmobilreiseführer aus dem WOMO Verlag

Camping am See

Unsere Naturzeit »Special Places«

Um unsere Bücher aktuell zu halten, sind wir häufig und lange unterwegs. Wir reisen dabei mit einem kompakten Campingbus und so haben wir im Laufe der Jahre ziemlich viele Campingplätze kennengelernt. Auf vielen haben wir uns wohlgefühlt aber einige mögen wir so sehr, dass wir immer wieder dorthin zurückkehren. Diese ganz persönlichen »Special Places« möchten wir hier mit Euch teilen.

Kamp Klin

Fast alle unsere Lieblingsplätze sind nicht sehr groß und eher einfach. Riesenplätze mit Animation, großem Programm und ADAC Prämierung sind weniger unser Ding. Camping bedeutet für uns an schönen Plätzen möglichst nahe an der Natur zu stehen. Einfache Sanitärausstattung nehmen wir dafür gerne in Kauf.

Ursprünglich war unsere Liste als Top-Ten angedacht, aber schon beim spontanen »Brainstorming« wurde sie immer länger. Wir haben unsere »Special Places« also zur besseren Übersicht unterteilt.

10 tolle Campingplätze am Meer

5 naturnahe Campingplätze in den Bergen

5 naturnahe Campingplätze am Fluss

Es warten noch auf euch:

Naturzeit »Special-Places« am See


Einen guten Überblick über weitere schöne Campingplätze in der jeweiligen Region, haben wir im Anhang jedes Naturzeit-Reiseführers zusammengestellt. Wir beschreiben die Plätze mit ihren Stärken und Schwächen, sodass ihr einen Campingplatz aussuchen könnt, der zu euch passt.

Aktuelle Informationen per mail

Ab sofort können Sie sich alle neuen Informationen zu Naturzeit Reiseführern kostenlos nach Hause holen. Drei bis vier mal im Jahr informieren wir Sie über Aktualisierungen zu den Büchern und stellen im Frühjahr unsere Neuerscheinungen vor. Außerdem greifen wir Themen rund um das Reisen mit Kindern und besondere Informationen zu unseren Reisezielen auf. Die letzte Ausgabe können Sie hier einsehen.

Selbstverständlich können Sie unseren Newsletter auch jederzeit wieder abbestellen. Über Ihr Interesse und Ihre Anmeldung freuen wir uns sehr.

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Flexible Solarzelle im Einsatz

Solarzelle, Gas und Multimedia – ein Besuch bei autarker.de in Esterndorf

Die Suche nach einer flexiblen Solarzelle war es, die uns zu autarker.de ins winzige Dörfchen Esterndorf östlich von München brachte. Um das Naturzeit-Büro im Sommerhalbjahr wie geplant auf vier Räder umzustellen, brauchen wir nicht nur ein zuverlässiges WLAN, sondern auch eine kontinuierliche Stromversorgung. Die Zahl der Geräte, die versorgt werden müssen, wächst bei uns von Jahr zu Jahr. Am meisten Strom frisst die Kompressorkühlbox. Bis zu drei Tage können die beiden Campingbatterien unseres Ford Nugget den Betrieb sicherstellen. Dann müssen wir fahren oder brauchen eine externe Stromversorgung. Müssen auch noch Laptops, Handys und die Akkus der Kamera geladen werden, wird es langsam eng mit unserer Stromversorgung. Um für Computer-Arbeitstage und längere Aufenthalte nicht auf Campingplätze angewiesen zu sein, ist eine Solarzelle die naheliegende Lösung.

Warum wir uns für die Solarzelle SolarFlex entschieden haben

Bei den meisten Wohnmobilen werden Solarzellen fest auf dem Dach verbaut. Es gibt inzwischen sogar ganz dünne, die man verkleben kann. Da wir planen, in einigen Jahren auf einen etwas größeren Camper umzusteigen, ist ein flexibles Modul für uns eine gute Lösung. Es kann dann ganz einfach mit ins nächste Fahrzeug umziehen. Die flexible Solarzelle hat zudem den Vorteil, dass man das Fahrzeug in den Schatten stellen kann, die Solarzelle aber in die Sonne, wo sie wesentlich besser funktioniert. So eine flexible Solarzelle ist also auch später noch eine gute Ergänzung zu einer fest montierten.

SolarFlex im Einsatz
Zusammengefaltet ist die Solar-Flex recht handlich. Ihr könnt sie mit Saugnäpfen auf der Windschutzscheibe befestigen, wahlweise innen oder außen, oder mit den integrierten Füßen neben eurem Camper aufstellen.

Unsere Erfahrung mit Solarzellen beschränkt sich bisher auf die kleinen Exemplare, die bei mehrtägigen Trekkingtouren zum Einsatz kommen. Die fanden wir wenig überzeugend. Inzwischen nehmen wir lieber wieder eine Powerbank mit auf Mehrtagestouren, um Handy und Kamera funktionstüchtig zu halten. Die Investition für eine größere Solarzelle wollten wir daher auf keinen Fall ohne die Beratung eines Fachmanns machen. So sind wir dann zu autarker.de gekommen. »Die SolarFlex liefert 120 Wp und ist mit einen guten Laderegler ausgestattet, der dafür sorgt, dass der Strom auch in der Batterie ankommt«, erklärt uns Andreas Irmer. Der Betrieb ist einfach: An der Campingbatterie wird der Solarregler montiert, von dem aus ein Kabel mit Stecker abgeht, mit dem wir das Kabel der Solarzelle sicher verbinden können. Die Solarzelle funktioniert auf der Windschutzscheibe, kann aber auch ein Stück vom Auto entfernt aufgestellt werden. Selbst wenn man sie bei Abwesenheit im Inneren des Campervans in die Windschutzscheibe legt, wird Strom produziert.

Sandra und Andreas Irmer, die Inhaber von autarker.de

Beratung bei autarker.de

Schon die Geschichte des Betriebs hat uns gut gefallen. Denn auch wir als kleiner Verlag haben unsere Geschäftsidee aus dem entwickelt, was wir mit Leidenschaft tun. So ähnlich ist das bei autarker.de: Andreas Irmer hat seine Firma vor fünf Jahren gegründet und dabei seinen Beruf als Maschinenbauingenieur mit seiner Leidenschaft für Camping und Wohnmobile verbunden. Das erste Fahrzeug, das er mit Solarstrom und Gastankflasche ausrüstete, war sein eigenes. Da er kaum Fachleute fand, informierte er sich selbst über die notwendige Technik. Dann baten ihn Freunde um Hilfe beim Umrüsten ihres Wohnmobiles zu einem autarken Fahrzeug.

Heute ist genau das, das Anliegen und das Spezialgebiet des kleinen Teams, das auf Messen ganz leicht am knallgrünen Autarker-T-Shirt zu erkennen ist: Wohnmobile, Wohnwagen und Campervans unabhängig machen. Unabhängig von externen Stromquellen, den in jedem Land Europas anderen Gasflaschen und der schlechten WLAN-Versorgung von Campingplätzen. Andreas verkauft nur, was ihn selbst überzeugt. Er berät jeden Kunden individuell und schaut sich im Fahrzeug an, was umsetzbar ist, bevor er ein Angebot macht. Dabei habt ihr die Wahl, ob ihr nur das Zubehör kauft und selbst Hand anlegt oder alle Teile in der zugehörigen Werkstatt montieren lasst. Wer einen weiten Anfahrtsweg hat, kann anschließend zur Übernachtung auf dem Parkplatz im Hof stehen bleiben.

Besuch im Autarker-Shop

Im Verkaufsraum gibt es außerdem sorgfältig ausgewähltes Zubehör – vom Magnethaken über Geschirr bis zum Campingtisch. Auch unsere Naturzeit Wander- und Reiseführer sind hier jetzt zu haben. Wenn ihr übrigens schon immer mal sehen und verstehen wolltet, wie eine Gastankflasche funktioniert, ist der Besuch im Laden eine kleine Offenbarung. In einem Regalfach ist eine aufgeschnittene Flasche montiert, an der man alle Details genau ansehen kann. Der Technikblock mitten im Raum ermöglicht auch einen bequemen Blick aufs WOMO-Dach und zeigt die Befestigung der Webcatcher-Antennen. Auch unser CamperNet, die Kombi aus Router und platzsparender LTE-Folienantenne, ist hier zu finden. Sie wird von Antretter&Huber, einem kleinen Start-Up aus Rosenheim entwickelt und produziert.

Gastankflasche_autarker
Wenn ihr schon immer mal wissen wolltet, wie so eine Gastankflasche aussieht und wie sie funktioniert – nach dem Besuch im autarker-Shop seid ihr schlauer. Auf der Technikinsel im Shop könnt ihr euch außerdem ansehen wie die Webcatcher Antennen auf dem Dach befestigt werden und wie man das WLAN-System »CamperNet« mit Router und verschiedenen Antennen montiert.
CamperNet_autarker.de

Solaranlage für Mini- und Dachzeltcamper

Eine flexible Solarzelle könnt ihr übrigens auch nutzen, wenn euer Fahrzeug gar keine Campingbatterie hat. Dafür gibt es das Camper-Case, eine tragbare Batterie mit allen notwendigen Anschlüssen. Aufgeladen wird sie mit der SolarFlex Solarzelle oder an der Steckdose. Es gibt das Case in klein mit 12 Volt-Stromversorgung und in groß mit Wechselrichter für Geräte, die sich nur mit 230 Volt betreiben lassen. Die tragbare Kombi aus Batterie und Solarzelle eignet sich gut um einen Wohnwagen mit Strom auszustatten. Und auch wer einen PKW zum Camper umrüstet oder mit Dachzelt reist, findet hier eine unkomplizierte Lösung für die Stromversorgung.

Unsere Erfahrungen mit der SolarFlex

Bei der Montage des Anschlusses für die Solarzelle fiel auf, dass die beiden Campingbatterien bei unserem Nugget schon ab Werk verkehrt miteinander verbunden waren und so nicht gleichmäßig aufluden. Der Fehler, der die Lebenszeit der Batterien verkürzen kann, ist jetzt behoben. Der Besuch hat sich also doppelt gelohnt.

Wie sich die Solarzelle bei uns im Einsatz bewährt, berichten wir euch dann im Laufe dieser Reisesaison. Zur Zeit steht unser Nugget vor der Tür und wir warten auf das »Go«. Es wird hoffentlich rechtzeitig zum geplanten Recherchebeginn kommen. Mitte Juni soll uns eine erste Tour nach Frankreich führen. Unser Ziel ist die Dordogne

Transparenzhinweis: Als Gegenleistung für den Bericht hat autarker.de die Arbeitsleistung für den Anschluss der Solarzelle an die Batterie übernommen. Diese Kooperation wurde aber nicht von Autarker, sondern von uns angefragt. Wir besprechen in unser Vanlife-Serie grundsätzlich nur Produkte und Anbieter, die wir selbst aussuchen und von deren Qualität wir überzeugt sind. Wir kooperieren dabei besonders gerne mit kleinen Firmen, die von Menschen geführt werden, die mit Kompetenz und Überzeugung hinter dem stehen, was sie tun.

Weitere Artikel aus der Naturzeit Vanlife-Serie:

>> Hier geht es zurück zur Übersicht

Unsere Vanlife-Projekte für 2020 und 2021

>> Online mit dem CamperNet
>> Das Kildwick MiniLoo – eine Trenntoilette als Porta Potti

>> und hier findet ihr unsere Wohnmobilreiseführer

Orientierung mit GPS

Orientierung mit Karte und GPS-Track

Die meisten Wanderwege in unseren Büchern sind markiert und mit Hilfe der Karte und der Wegbeschreibung gut zu finden. Trotzdem ist es hilfreich, wenn ihr auch in der Lage seid eine Wanderkarte zu lesen. Sie verrät euch eine ganze Menge Details über die Landschaft und über den Charakter einer Tour. Wenn ihr euch in Sachen Orientierung etwas unsicher fühlt, solltet ihr zusätzlich die GPS-Tracks unserer Touren herunterladen. So könnt ihr euch unterwegs jederzeit orten, was es quasi unmöglich macht, sich zu verlaufen.

Orientierung analog

Auf mehrtägigen Wanderungen und Touren abseits der Zivilisation solltet ihr niemals ohne eine detaillierte topografische Karte eures Wandergebietes starten. Sie funktioniert ohne Strom und wird euch nicht im Stich lassen, solange ihr sie trockenhaltet. Sie zeigt euch genau, wo die offiziellen Wanderwege verlaufen und erlaubt einen guten Überblick über die Umgebung. Um euch auf einer Wanderkarte zu orientieren, ist es sinnvoll, sich vorab mit dem Lesen von Höhenlinien vertraut zu machen. Das Relief einer Landschaft ist eine wichtige Hilfe zur Orien­tierung in der Natur. Eine weitere Basisinformation ist der Maßstab, mit dessen Hilfe ihr Entfernungen auf der Karte in die Natur umsetzen könnt. Beim für Wanderkarten üblichen Maßstab von 1:25.000 entspricht ein Zentimeter auf der Karte 250 Metern (oder 25.000 Zentimetern) in der Natur.

Um auf einer Papierkarte immer zu wissen, wo ihr euch gerade befindet, solltet ihr während der Wanderung regelmäßig mitlesen. Habt ihr trotzdem einmal euren Standpunkt verloren, hilft es, die Karte mit Hilfe eines Kompasses, den es auch als App fürs Handy gibt, »einzu­norden«. Ihr legt dabei den Kompass an den Kartenrand und richtet Karte und Kompass so aus, dass die Kompassnadel nach Norden zeigt. Die Ausrichtung der Karte stimmt jetzt mit den Gegebenheiten in der Natur überein. So ist es leichter, sich mit Hilfe der vorhandenen Wege, der Waldflächen, Wiesen und Häuser oder dem Relief der Landschaft richtig zu orientieren und zu orten.


Höhenlinien lesen

Wer mit Wanderkarten noch nicht vertraut ist, übersieht leicht die rötlichen Linien, die dem Relief der Landschaft folgen. Sie heißen Höhenlinien sind ein wichtiges Element jeder Wanderkarte. Mit ein wenig Übung könnt ihr beim Blick auf eine Karte mit Höhenlinien eine dreidimensionale Landschaft mit Bergen und Tälern erkennen. Auf Karten im Maßstab 1:25.000 sind jeweils 100 Meter Höhe mit einer etwas dickeren Linie eingezeichnet, die vier dünneren Linien dazwischen markieren einen Anstieg von jeweils 20 Metern.

Höhenlinien

Die Spitze eines Berges erkennt ihr leicht an der zum Oval geschlossenen Höhenlinie. Je näher die Linien beieinanderliegen, desto steiler ist der Hang und damit auch auch der Aufstieg. So könnt ihr aus Höhenlinien auch ganz einfach die Form eines Berges herauslesen. Die Höhenangaben an den dicken Linien helfen euch zu erkennen, wo es bergauf und wo es bergab geht.

Höhenprofil

Täler erkennt ihr an den parallel laufenden Höhenlinien. Zwischen den Bergen sammelt sich außerdem das Wasser, sodass im Tal fast immer ein Fluss zu finden ist. Viele Karten sind zusätzlich schattiert, was die Vorstellung des Reliefs vereinfacht.


DAS PFADFINDER-SPIEL

Dieses kleine Abenteuer für Familien ist perfekt, um größere Kinder mit dem Lesen einer Wanderkarte vertraut zu machen oder selbst mehr Sicherheit in der Orientierung zu gewinnen.

Besorgt euch eine Wanderkarte im Maßstab 1:25.000 von der Region direkt vor eurer Haustür und erkundet mit ihrer Hilfe eure Umgebung. Schaut euch dazu die Landschaft auf der Karte an und sucht euch einen markanten Punkt aus, der interessant aussieht: zum Beispiel einen Weg am Bach, einen kleinen Berggipfel, eine Schutzhütte oder eine Lichtung im Wald. Überschlagt anhand des Kartenmaßstabes wie weit der Weg dorthin ist und sucht euch dann einen geeigneten Startpunkt – zum Beispiel einen Wanderparkplatz. Vielleicht könnt ihr euren Ausgangspunkt aber auch mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Dann versucht ihr mit Hilfe von Karte und Kompass zu eurem Ziel zu finden. Das ist bei den ersten Versuchen gar nicht so leicht, wie es klingt und taugt durchaus zum kleinen Abenteuer. Ganz sicher werdet ihr dabei einige unbekannte Winkel in eurer Umgebung entdecken. Alternativ könnt ihr auch ein Stück mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und dann mit Hilfe der Karte den Heimweg suchen – oder die nächste Busstation für die Rückfahrt. 

Orientierung und Outdoornavigation mit GPS

Viel leichter ist die Orientierung mit der Hilfe von GPS-Daten, vor allem weil ihr euch jederzeit zweifelsfrei orten könnt. Egal ob ihr dazu ein spezielles Navigationsgerät oder nur euer Handy verwendet, ihr seht immer ganz genau, wo ihr euch gerade befindet. Wer mit Onlinekarte und GPS-Tracks wandert, kann sich unterwegs kaum mehr verlaufen. Ihr seht sofort, wenn ihr einen falschen Weg erwischt habt. Die Tracks für die Touren zu unseren Büchern stehen unter www.naturzeit-verlag.de im Bereich GPS-Daten zum Download bereit. Der Link ist mit einem Passwort geschützt, das ihr im Impressum des Buches findet. Selbst geplante Touren könnt ihr in Online-Tourenplaner wie Komoot, outdooractive und GPSies/AllTrails eintragen und euch dort auch die GPS-Tracks für die Handynavigation herunterladen.

Um die Tracks unterwegs zu verwenden, braucht ihr auf eurem Handy zuerst eine App zur Navigation. Aus eigener Erfahrung empfehlen können wir Locus Maps oder Komoot. Locus Maps läuft nur auf Android-Geräten, Komoot ist auch auf dem iPhone einsetzbar. Alternativ funktioniert die Navigation auch mit Apps wie zum Beispiel OsmAnd, OruxMaps und Maps 3D. Die von unserer Website heruntergeladenen gpx-Daten werden dann in eure App importiert. Die Touren sind anschließend in der Karte zu sehen und können einzeln angewählt werden.

In einsamen Bergregionen empfehlen sich außerdem Offline-­Karten, die auch zur Verfügung stehen, wenn ihr kein Netz habt. Das GPS eures Handys funktioniert unabhängig vom Handynetz, sodass ihr auch ohne Empfang jederzeit feststellen könnt, wo ihr euch befindet. Nur die Stromversorgung muss sichergestellt sein. Nachschub kriegt ihr abseits der Zivilisation mit Hilfe einer mobilen Trekking-Solarzelle (vorher ausprobieren, ob sie auch funktioniert und genug Leistung bringt!) oder einer Powerbank mit ausreichender Kapazität. Ihr solltet eure elektronische Karte außerdem auch besser nicht fallen lassen, vor allem nicht in den näch­sten Bach. Verlasst euch also niemals ausschließlich auf ein einzelnes Handy und nehmt außerdem entweder ein zweites unabhängiges Navigationssystem, euer Wanderbuch oder eine Papierkarte mit.

Karte und App

Orientierung mit Offlinekarten

Bei den Offlinekarten haben sich bei uns die OpenAndroMaps bewährt, die aber ebenfalls nur für Android-Geräte zur Verfügung stehen. In Locus Maps und Orux Maps lassen sie sich unkompliziert direkt ins Programm laden. Die Karten sind kostenlos verwendbar und basieren auf dem Datenbestand der freien Karte von Open Street Map, nicht auf Daten der jeweiligen Vermessungsämter. Die OpenStreetMap-Daten basieren nach dem Wikipedia-Prinzip auf der Mitarbeit von unterschiedlich qualifizierten, unbezahlt arbeitenden Freiwilligen. Ihr müsst also damit rechnen, dass ab und zu mal ein Weg fehlt oder in der Karte eingezeichnete Wege nicht begehbar sind. In gängigen Wandergebieten sind die Karten aber ziemlich zuverlässig und sehr detailliert.

So bleiben Tracks und Karte auch dann noch einsatzbereit, wenn ihr kein Netz habt und fressen bei der Verwendung auch nicht an eurem Datenvolumen. Allerdings brauchen Karten viel Speicherplatz. Wenn der bei euch knapp ist, solltet ihr immer nur die Region installieren, die ihr aktuell braucht.

Für Komoot gibt es keine kostenlosen Offline-Karten. Das angebotene Kartenset, das die ganze Welt abdeckt, kostet jedoch zur Zeit nur faire 30 Euro. Die Karten können dann regionenweise und nach Bedarf heruntergeladen werden. Für Besitzer von iPhones ist das eine gute Alternative.

Wanderapps mit Abosystem

Ebenfalls sehr gut zu handhaben ist die App von outdooractive.de. Hier werden nicht die kompletten Karten, sondern nur der für eine gespeicherte Tour benötigte Ausschnitt auf das Handy kopiert. Offline-Touren gibt es jedoch inzwischen nur noch für Nutzer mit Jahresabo. Wer die kostenlose Version der App benutzt, braucht zur Verwendung der Karten ein Datennetz. Ähnlich funktioniert die Nutzung von Karten bei den Plattformen AllTrails oder Wikiloc.

Tracken mit dem Handy

Wer unterwegs selbst einen Track mit dem Handy aufzeichnet wird feststellen, dass Handys zwar zur Orientierung im Gelände problemlos ausreichen, die gewanderte Route aber nicht sehr genau aufzeichnen. Eure mitgeschriebenen Werte werden ziemlich sicher höher liegen, als die im Buch angegebenen Entfernungen und Höhenmeter. Ein Grund dafür ist, dass eure Navigationsapp jedes kleines Abweichen vom Weg mitaufzeichnet und mitzählt. Außerdem kann das Handy-GPS den Standort auch nicht supergenau messen. Besonders krass sind die Abweichungen in schroffem Gelände und in Schluchten. Auch die Höhenmeter, die eine Handy-App unterwegs so zusammenzählt, sind fast immer überzogen. Wir überprüfen und korrigieren unsere unterwegs erfassten Daten deshalb immer auf einer digitalen Karte, um die Angaben im Buch möglichst genau zu ermitteln.

Wenn ihr eines unserer Bücher besitzt, könnt ihr hier die GPS-Tracks zu den Touren herunterladen.

Reise-Abenteuer in Deutschland

Unsere Urlaubsideen für Familien

wie schon die Reisesaison 2020 hält auch der Sommer 2021 einige Herausforderungen bereit, vor allem für Familien. Auch dieses Jahr bleibt Deutschland wohl für viele ein bevorzugtes Reiseziel. Das hier sind unsere Ziele und Ideen für einen spannenden Familienurlaub mit kleinen Kinder-Abenteuern – in den Bergen, am Meer und oder einem der schönen Seen in Deutschland.

Familien-Abenteuer in Deutschland

Wie wäre es mit Fahrrad oder Kanu fahren? Oder ihr macht euch zu Fuss auf die Suche nache einem ruhigen Plätzchen. Unsere Wander- und Entdeckertouren führen euch dabei über schmale Pfade zu schönen Orten in der Natur. Geht mit uns in Deutschland auf Entdeckungsreise!

Familien-Abenteuer in Deutschland

Gute Familienziele für den Urlaub in Deutschland

Es gibt viele schöne Ecken in Deutschland und auch viele Winkel mit unberührter Natur. Leider gibt es nicht für alle einen Naturzeit Familienreiseführer. Aber immerhin können wir euch mit unseren Tourenvorschlägen an den Chiemsee, ins Allgäu, an die Mecklenburgischen Seen und an die Ostsee begleiten. Ganz neu erschienen ist unser Wanderführer für das Ruhrgebiet, der euch in »grüne Oasen« mitten in der Metropolregion entführt.

Anregungen und Know-How für Mehrtagestouren zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Kanu findet ihr in den »Trekkingträumen für Familien«, die letztes Jahr im Mai erschienen sind.

Mit Kindern im Chiemgau

Mit Kindern im Chiemgau

Die große Qualität des Chiemgaus ist es, dass Wasser und Berge so nahe beieinander liegen. Dabei ist der Chiemsee, das bayerische Meer, nur einer von mehreren Seen am Fuße der Chiemgauer Alpen. An den Seen könnt ihr SUPs, Kanus, Ruderboote und Elektoboote leihen. Zwischen den kleineren Seen gibt es viele Fahrradwege. Die nahen Berge eignen sich für kurze und längere Wanderungen. Zwischen dem See und den Bergen ziehen sich mehrere Moorpfade mit Spielstationen durch eine karge, vergleichsweise einsame Landschaft. Das Westufer bei Prien und Gstaad ist eigentlich immer gut besucht – auch weil hier die Ausflugsboote zur Frauen- und zur Herreninsel mit dem Schloss Herrenchiemsee fahren. Nördlich des Sees, zum Bespiel an der Alz und um Seebruck – ist es dagegen noch relativ ruhig. Auch in den Tälern, die sich bei Aschau, Marquartstein, Siegsdorf und Inzell zwischen die Berge ziehen gibt es einige Quartieren in ruhigen, kleinen Orten.

In unserem Buch »Mit Kindern im Chiemgau« findet ihr Vorschläge für ganz unterschiedliche Touren am See und in den Bergen und auch die Adressen von Wildparks, Hochseilgärten und einigen kleinen Museen, die für Familien interesant sind. Eine Aufstellung der Touren und einer Übersichtskarte findet ihr im Inhaltsverzeichnis des Buches:

Kinder-Abenteuer im Chiemgau

>> Hier geht es zum Buch und zum Inhaltsverzeichnis

Allgäu mit Kindern

Unberührte Bachtäler, Tobelwege mit Treppen und Brücken, über Felsen sprudelnde Wasserfälle, finstere Schluchten, idyllische Bergseen und sattgrüne Alpwiesen mit weidenden Kühen – das Allgäu ist ein attraktives Wander- und Ausflugsgebiet für Familien.

Viele Berge im Allgäu wirken alpiner, als sie eigentlich sind. Schon ein kurzer Aufstieg oder eine Fahrt mit der Bergbahn bringt euch in eine wilde, spannende Bergwelt mit schmalen Pfaden, Kletterfelsen und weiter Sicht über endlos viele Gipfel. Es gibt Bäche zum Spielen und viele kleine und große Seen zum Baden. Eine Kanutour, Wandern mit Pony oder Lama, Hochseilgarten und Sommerrodelbahn sorgen für viele abwechslungsreiche Familienabenteuer.

Kinder-Abenteuer im Allgäu

>> Mehr Infos zur Region

>> Direkt zum Buch

Mecklenburgische Seen mit Kindern

Die Mecklenburischen Seen sind eines der letzten Gebiete Deutschlands, in denen man so etwas wie Wildnis finden kann. Aber nur wer sich zu Fuß mit dem Boot oder dem Fahrrad auf den Weg macht, wird die Schönheit der Natur tatsächlich entdecken.

Die Mecklenburgische Kleinseenplatte bietet eine einzigartige Wasserlandschaft, die man am besten mit dem Boot erforscht, im Müritz National­park sind dagegen besonders viele Wander- und Fahrradwege markiert. Unserere Tourenvorschläge sind kurz und abwechslungsreich, damit auch Kinder ihren Spaß haben.

Kinder-Abenteuer an den Mecklenburgischen Seen

>> Mehr Infos über die Region

>> Direkt zum Buch

Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommern mit Kindern

Auch für Familien kann die deutsche Ostseeküste weit mehr sein als ein Badeziel. Außerhalb der Hochsaison finden wir hier beinahe menschenleere Strände vor. Wir gehen Hühnergötter suchen, Möwen beobachten und Sandburgen bauen, wandern mit nackten Füßen durch feinen Sand und durchs flache Wasser und spazieren durch die Gespensterbäume im Uferwald von Nienhagen oder Heiligendamm. Unsere Wanderungen führen euch zu den beliebten Highlights an der Küste, aber durchaus auch in weniger bekannte Winkel.

Etwas abseits der Küste eignen sich die Flusstäler der Recknitz und der Peene vorzüglich zum Paddeln. Hochseilgarten, Steinzeitdorf, Bauernhofmuseum, Köhlerhof oder auch das urige Ukranenland sorgen für Abwechslung im Programm und leuchtende Kinderaugen.

Kinder-Abenteuer an der Ostsee

>> Weitere Infos über die Region

>> Direkt zum Buch

Grüne Oasen im Ruhrgebiet

Grüne Oasen im Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet ist ein dicht besiedelter Ballungsraum
und doch versteckt sich inmitten der städtischen Infrastruk­tur auch ganz viel Natur. Grüne Oasen in denen Familien unbeschwerte Zeit und kleine Abenteuer in der Natur erleben können, ohne dafür weit zu reisen. Wir wandern durch ausgedehnte Wälder, genießen die Aussicht von einer Halde, durchstreifen ein renaturiertes Industrie­gelände und spazieren an Kanälen und Flüssen entlang.
Die Stauseen der Ruhr ermöglichen sogar Wassersport und auf Ruhr und Lippe kann man gut paddeln.

>> Direkt zum Buch

Trekkingtouren für Familien – in Deutschland und anderswo

Trekkingträume für Familien

Die »Trekkingträume für Familien« sind das richtige Buch, wenn es für euch noch ein bisschen mehr Abenteuer sein darf: Eine Reise mit dem Fahrrad, eine mehrtägige Kanutour mit Übernachtungen im Zelt oder eine Trekkingtour mit dem Rucksack. Hier findet ihr alles, was ihr dazu wissen müsst.

Der zweite Teil des Buches besteht aus 25 Vorschlägen für Mehrtagestouren mit kurzen Etappen, die auch mit Kindern machbar sind. Acht davon führen euch durch schöne Regionen in Deutschland. Ihr könnt aber auch das Know-How und unsere Tipps aus dem ersten Teil des Buches verwenden, um eigene Ideen für Touren mit euren Kids zu entwickeln. Denn schließlich sollten dieses Jahr nicht alle am gleichen Ort Urlaub machen. Lasst euch inspirieren!

25 Trekkingtouren für Familien

>> Hier gibt es mehr Infos zu den Trekkingträumen

>> Hier geht’s zum »Blick ins Buch«

Herzchen

Das Kildwick MiniLoo – eine mobile Trenntoilette im Campervan

Die Trenntoilette erfreut sich bei denen, die ihren Camper selbst ausbauen, großer Beliebtheit. Aber passt so ein umweltfreundliches WC auch in einen kleinen Campingbus von der Stange?

Warum wir keine Chemietoilette verwenden möchten

Egal ob ein Porta Potti oder die übliche, fest eingebaute Chemietoilette im Campervan – mit Blick auf den Umweltschutz ist jede Chemietoilette bedenklich. Sie macht aus völlig harmlosen Substanzen wie Stuhl und Urin eine hochgiftige Brühe, die nur noch in Spezialeinrichtungen entsorgt werden kann. Chemietoiletten werden mit Wasser gefüllt, dem ihr eine Chemikalie zusetzt, die Urin, Fäkalien und auch das Klopapier zersetzt. Sinn der Sache ist es, dass die Toilette nicht nach Toilette stinkt. Ist der Toilettentank voll, wird die Chemie-Brühe ausgegossen. Erlaubt ist das ausschließlich an speziellen Entsorgungsstationen. Der Inhalt einer Chemietoilette gehört nicht in die normale Kanalisation. Er ist einfach zu giftig.

Alternativen zur Chemie in der Toilette

Wir sind nicht die einzigen denen das nicht gefällt. Zum Glück! Im WOMO Verlag, für den wir Reiseführer schreiben, verwenden einige Kollegen einfach Schmierseife im Wassertank, um den Geruch zu bändigen. Der zusätzlichen Einbau einer SOG-Entlüftungsanlage wirkt ebenfalls gegen Toilettengestank. Außerdem gibt es inzwischen auch biologisch abbaubare Alternativen für die sogenannte Sanitärflüssigkeit. Die mit diesen Mitteln entstandene Fäkalienbrühe kann zumindest ohne Schäden für die Natur in einer normalen Toilette entsorgt werden. Aus persönlicher Erfahrung können wir zur Wirksamkeit der biologisch abbaubaren Substanzen aber nichts sagen, denn bisher haben wir die Campingtoiletten komplett boykottiert. Unser Campingbus hat kein WC. Wie wir damit umgehen, haben wir hier unter Punkt Vier erklärt: Tretminen und Klopapierfahnen in der Natur sind definitiv nicht die bessere Alternative zur Chemietoilette!

Die Suche nach einer völlig anderen Lösung

Inzwischen leben wir einige Zeit des Jahres in unserem Campingbus und planen die Reisezeit noch weiter auszubauen und unterwegs zu arbeiten. So kam auch das Toiletten-Thema immer wieder einmal auf den Tisch. Praktisch wäre es schon, weil mit einem sanitär autarken Campervan die Auswahl an Stellplätzen einfach größer ist. Und so haben wir immer mal wieder gesucht und gefragt und schließlich die Trenntoiletten entdeckt. Das war das erste Konzept, das uns wirklich überzeugt hat. Normalerweise werden Trenntoiletten in einem separaten Raum fest im Van verbaut. Besonders beliebt sind sie bei selbst ausgebauten Campervans, da sie einfach selbst zu bauen und zu bedienen sind. Doch das ist längst nicht ihr einziger Vorteil.

Wie funktioniert eine Trenntoilette?

Eine Trenntoilette ist eine Trockentoilette, das heißt sie funktioniert ganz ohne Wasser. Die Basis für ihre Funktion ist einfach: Weder Urin noch Fäkalien sind für die Natur schädliche Substanzen. Im Gegenteil. Menschlicher Stuhl lässt sich genauso gut kompostieren wie der von Tieren und der Urin eines gesunden Menschen enthält Stickstoff und Mineralien und kann als natürlicher Dünger fungieren, wenn er nicht zu konzentriert ausgebracht wird und keine Rückstände von Medikamenten enthält.

Wem bei dem Begriff »Trockentoilette« der Geruch eines schlecht gepflegten Plumpsklos in die Nase steigt, der kann beruhigt sein. Eine Trenntoilette funktioniert anders. Ihre Funktion basiert auf der Tatsache, dass Urin und Kot, wenn sie sich nicht vermischen, kaum Geruch entwickeln. Anders als erwartet ist es der Urin, der den typischen Toilettengestank verursacht. Bei seiner Zersetzung entsteht Ammoniak, dessen stechenden Geruch alle kennen, die schon einmal einen Pferde- oder Kuhstall ausgemistet haben. Kot ist dagegen im trockenen Zustand geruchslos.

trenntoilette

In einer Trenntoilette werden deshalb Fäkalien und Urin getrennt aufgefangen. Die festen Bestandteile landen in einem Eimer mit saugfähiger Streu, wo sie schnell trocknen. Der Urin läuft in einen separaten Kanister. Für die Trennung ist der Separator in der Toilette zuständig. Er besteht im vorderen Bereich aus einer Wanne mit Abfluss und hinten aus einem großen Loch für den Kot. Damit das anatomisch funktioniert, muss man auf der Toilette sitzen. Alle Erfahrungsberichte, die wir online finden konnten, versichern glaubhaft, dass das System einwandfrei funktioniert.

Welche Vorteile hat eine Trenntoilette im Campervan?

Unsere übliche Spültoilette mit Anschluss an die Kanalisation verunreinigt alleine in Europa täglich hunderttausende Liter von Trinkwasser. Toilettenwasser gilt in den Kläranlagen durchaus als problematisch. Eine Komposttoilette verunreinigt überhaupt kein Wasser. Ihre Umweltbilanz ist also schon einmal deutlich besser als die einer ganz normalen Toilette. Vor einer Wasser vergiftenden Chemietoilette ist sie aus diesem Blickwinkel gleich Meilen entfernt.

Ganz unabhängig von der Umweltbilanz habt ihr als Camper aber einen weiteren Vorteil: Ihr braucht für die Entsorgung keine V/E-Station mehr. Das macht euch unabhängig von Campingplätzen und offiziellen Stellplätzen. Die Tüten aus dem Fäkalieneimer wären eigentlich kompostierbar (natürlich nur wenn ihr auch kompostierbare Tüten verwendet), landen aber unterwegs meist gut verschlossen im ganz normalen Hausmüll. Den Urinbehälter solltet ihr häufig entleeren. Gießt ihr den Inhalt in die Natur, verdünnt ihr ihn am besten mit Wasser. Alternativ schüttet ihr das Pipi in eine normale Toilette. Das ist ein Grund warum Trenntoiletten auch häufig in Expeditionsfahrzeugen verbaut sind: eine Trenntoilette funktioniert überall und ist unabhängig von spezieller Infrastruktur für Wohnmobile.

Frei stehen in Estland
Frei stehen: Traumplatz auf der estnischen Insel Saaremaa

Eine Trenntoilette im Mini-Camper?

Für uns war schnell sonnenklar: Sollten wir auf einen etwas größeren Campervan umsteigen, wird es eine Trenntoilette. Vielleicht in ein paar Jahren, dann probieren wir das aus! Und dann haben wir das Kildwick MiniLoo entdeckt.

Ist die Klappe zu, sieht das MiniLoo aus wie ein Hocker. Ein schicker Holzkasten mit Klappdeckel, etwa so groß wie ein Porta-Potti, beherbergt Eimer und Kanister. Das Ganze lässt sich von oben warten und säubern und ist speziell für kleine Camper konzipiert. Eine mobile Trenntoilette. Cool! Aber wo sollen wir die hinstellen? Und ein Klo so mitten im Wohnraum? Vielleicht eher doch nicht?

Dann kam Corona. Kontaktbeschränkung und Abstand halten. Eigentlich müssen wir reisen, um unsere Bücher aktuell zu halten. Dieses Jahr wäre erst einmal Mecklenburg-Vorpommern dran. Durchaus denkbar also. Zu Hause bleiben, ist für uns nur die letzte Option, denn sonst gibt es nächstes Jahr keine neuen Bücher. Kurz darauf geisterte ein neues Thema über die Camperseiten im Internet: Vielleicht dürfen auch im Sommer nur autarke Wohnmobile auf Camping- und Stellplätze. Autark bei einem Camper? Das heißt definitiv mit eigener Toilette. Und mal ganz unabhängig von Verboten – wäre es dieses Jahr nicht entlastend, unabhängig von Sanitäranlagen zu reisen? Und schon war es wieder präsent: Das Kildwick MiniLoo.

Unsere Bereitschaft zu Kompromissen, also zu einem im Auto herumstehenden Extra-Sitzplatz, steigt rasant. Wenig später steht eine große Pappkiste vor unserer Tür. Kildwick steht drauf und voller Erwartung packen wir aus: Streu, Toiletteneinsatz, eine schicke kleine Klobrille aus Birkenholz und eine Holzkiste in Einzelteilen. Wir haben uns für den Bausatz entschieden.

Ihr wollt wissen, wie es mit dem Zusammenbau geklappt hat? Diese Geschichte lest ihr hier.

Bausatz Trenntoilette MiniLoo
Sorgfältig verarbeitet und liebevoll verpackt. Die Teile des MiniLoo machen einen guten Eindruck. Doch wie wird daraus eine Toilette?
Trenntoilette Kildwick MiniLoo

Das MiniLoo in Betrieb nehmen

Mit Hilfe des Drehverschlusses lösen wir den weißen Separator von den Magneten, mit denen er auf dem Korpus befestigt ist und kommen so problemlos an den Eimer und den Urinkanister. In den Eimer kommt eine Tüte und eine dicke Schicht Streu als Basis.

Den Urinkanister verschließen wir mit dem sogenannten Spillguard. Er gehört zum optionalen Zubehör. Ihr braucht ihn nur in einem Fahrzeug. Es handelt sich um einen Deckel mit Spritzschutz aus weichem Kunststoff. Er schließt passend am Abfluss des Separators an, sodass selbst während einer Schotterpistenfahrt nichts aus dem Kanister spritzt. Die Öffnung im Separator wird dabei von oben mit einem Pfropfen verschlossen. So ist der Urinkanister dicht, ohne dass ihr ihn zuschrauben müsst. Um den Toiletteneinsatz auf dem Korpus zu fixieren, ist es am einfachsten zuerst den Ausfluss des Separators im Spillguard zu platzieren und dann die beiden vorderen Magnete einrasten zu lassen. Dann geht der Rest wie von selbst. Ist der Einsatz richtig eingerastet, sitzen Eimer und Kanister an ihrem Platz wie festgeklebt.

MiniLoo Im Ford Nugget
In die Heckküche des Ford Nugget passt das MiniLoo wie angegossen. Auf der stabilen Holzbox sitzt man bequem und sie dient auch als Aufstieghilfe ins Dachbett.

Das MiniLoo im Reisetest:

Um es gleich vorweg zu nehmen: ohne das MiniLoo werden wir nicht mehr losfahren. Es hat einen festen Platz in der Heckküche unseres Nugget. Als Sichtschutz dient ein buntes Tuch, das als Vorhang den Durchgang zur Küche schließt. Der Holzwürfel ersetzt uns außerdem die Leiter zum Dachbett und beim Kochen kann man darauf knien, sodass er tatsächlich nicht stört. Auch in unserem kleinen Bus werden wir in Zukunft also wohl eher etwas anderes zu Hause lassen, wenn es eng werden sollte.

Wir haben die mobile Trenntoilette über mehrere Wochen gründlich getestet – zuerst im Frühsommer 2020 in Mecklenburg-Vorpommern. Dort standen wir häufig vor geschlossenen öffentlichen Toiletten an Stellplätzen. Danach ging es in die Schweiz und auf gut besuchte Stellplätze in den Bergen. Die Vegetation ist dort kärglich und wenn viele Menschen unterwegs sind, kann die Suche nach einem einsamen, stillen Plätzchen schon mal zu einer kleinen Wanderung werden. So war das MiniLoo auch dort ein Segen. Die letzte Recherche führte uns nach Korsika und dort haben wir die Trenntoilette auch bei südlichen Hochsommertemperaturen im Einsatz gehabt.

Die Befestigung im Fahrzeug

Normalerweise steht der Holzwürfel des MiniLoos ohne weitere Befestigung stabil im Camper und rutscht dort nicht hin und her. Der absolute Härtetest waren die engen Kurven auf Schweizer Passstraßen. Aber auch dort reicht ein schmaler Gummikeil aus dem Baumarkt und der Würfel steht sicher am Platz. Überhaupt sind Pässe nicht ohne. Solltet ihr auf 2000 Meter Höhe mal »müssen«, empfiehlt es sich den Spillguard sehr vorsichtig zu lösen. Seid ihr zu schnell, erwischt euch der Druckausgleich mit Sprudelflaschen-Effekt. Wir haben es selbst ausprobiert. Ist nicht zu empfehlen. 😉

Und wie ist das mit dem Geruch?

Kildwick empfiehlt als Einstreu im Feststoff-Eimer Miscanthus, das sich besonders gut kompostieren lässt. Wir verwenden inzwischen als unterste Schicht Strohpellets aus dem Kleintierbedarf, die noch mehr Flüssigkeit aufnehmen können, falls doch mal was daneben landet. Außerdem haben wir uns entschlossen den Eimer zusätzlich mit einer stabileren Tüte auszukleiden, um die dünnen kompostierbaren Tüten zu verstärken. Zwei Tüten zu verwenden, wird auch von Kildwick empfohlen. Mit der Einstreu sollte man nicht geizen, dann riecht es wirklich nicht – außer direkt nach dem Toilettengang, aber das tut ja es Zuhause ja auch.

Da auf Korsika die Trenntoilette nur sporadisch gebraucht wurde, blieb der Eimer auch mal länger ungeleert. Die Hochsommerhitze war dabei eher hilfreich, da bei diesen Temperaturen die Feststoffe richtig gut durchtrocknen. Ob das bei feuchtem Wetter in Schottland genausogut funktionert, werden wir erst im nächsten Jahr erforschen.

Der Pippi-Tank hat uns etwas mehr beschäftigt, besonders weil wir am Anfang dachten, es wäre eine gute Idee mit ein wenig Wasser nachzuspülen. Ist es nicht! Die Geruchsbildung des Urins wird nämlich durch Wasser beschleunigt. Urinstein bildet sich bei uns ziemlich schnell – keine Ahnung warum das so ist. Wir versuchen deshalb den Tank so oft wie möglich zu leeren – mindestens einmal am Tag – und experimentieren gerade mit Zitronensäure und Natron, um die Urinsteinbildung zu reduzieren.

Unser Fazit

Wir fahren schon viele Jahre einen Campingbus in Bulligröße und sind eigentlich ohne Toilette, aber mit Klappspaten (um keine Spuren zu hinterlassen) immer gut zurechtgekommen. Die Erfahrung dieses Sommers zeigt jedoch, dass die Trenntoilette an Bord vieles einfacher und entspannter macht – auch weil inzwischen immer mehr Camper unterwegs sind. Auch die Auswahl der Stellplätze ist mit Toilette einfach größer. Wir hätten nicht gedacht, dass uns das kleine MiniLoo so schnell überzeugt und unverzichtbar wird.

Transparenzhinweis: Das MiniLoo wurde uns von Kildwick kostenlos zum Test zur Verfügung gestellt. Wir haben diese Kooperation aber selbst und aus Überzeugung angefragt und waren sehr gespannt, wie die mobile Trenntoilette sich in unserem Reisealltag bewähren wird. Mehr Infos zum MiniLoo bekommt ihr bei www.kildwick.de

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Reise-Abenteuer in Frankreich

Wir lieben Frankreich als Reiseland – nicht nur wegen des guten Essens, den vielen traumhaft schönen Orten und der typisch französischen Lässigkeit. Frankreich bietet auch fazinierende Landschaften: egal ob am Meer, an einem der vielen naturbelassenen Flüsse oder in den Bergen.

Saint-Cirq-Lapopie
Die schmalen Gassen von Saint-Cirq-Lapopie hoch über dem Lot.
Foto: Stefanie Holtkamp (Buch: Im Tal der Dordogne)

Frankreich am Meer

Sanfte Buchten am Mittelmeer, lange Sandstrände an der manchmal recht rauen Atlantikküste und die von stark wechselnden Gezeiten geprägte Küste am Ärmelkanal lassen uns das Meer auf ganz unterschiedliche Weise erleben. Es gibt Strände zum Planschen mit den jüngsten Kids, zum Baden und Schwimmen, zum Surfen in den Wellen und Küstenwege für ausgedehnte Wanderungen am Meer. Die französische Küste macht sowohl die Fans gepflegter Sandstrände, als auch Liebhaber wilder, einsamer Küstenstriche glücklich.

Rondinara, Korsika
Traumstrand am Mittelmeer: Die Bucht von Rondinara auf Korsika. Foto

Outdoorland Frankreich

Da Frankreich im Vergleich mit Deutschland dünn besiedelt ist, gibt es hier viele Regionen zu entdecken, die mit eindrucksvoller Natur und einem Hauch von Wildnis punkten. Pyrenäen und Cevennen sind ein gutes Ziel für alle, die für raue Bergwelten schwärmen. Aber nicht nur in den Bergen ist Frankreich ein ausgezeichnetes Wanderland. Über 50 Sentiers de Grande Randonnée (GR) – wie die Weitwanderwege hier heißen – durchziehen das komplette Land. In fast jeder Region gibt es zusätzlich ein regionales Netz aus gut markierten Rundwegen. Viele Flüsse sind weitgehend unverbaut und bieten gute Bedingungen für mehrtägige Kanutouren.

Eselwandern
Eselwandern mit Zeltübernachtung in den Pyrenäen. Foto: Stefanie Holtkamp.

Camping in Frankreich

In kaum einem europäischen Land ist die Campingplatzdichte höher als in Frankreich. Auch im Landesinneren sind fast überall kleine Plätze zu finden. Viele davon sind einfach und naturnah, also genau so wie wir sie mögen. Darüber hinaus verfügt Frankreich über eine ausgezeichnete Infrastruktur für Wohnmobile. Viele Gemeinden stellen einfache, kostenlose Plätze zur Verfügung. Nur an den Küsten muss man in der sommerlichen Hochsaison seinen Platz rechtzeitig reservieren.

Campingplatz Cele
Außerhalb der Saison steht man auf einem Camping Municipal im Landesinneren auch schon mal alleine am Flussufer. Foto: Stefanie Holtkamp.

Sechs Naturzeit Reisehandbücher für Frankreich

Die Wander- und Entdeckertouren in den Naturzeit-Reisehandbüchern führen euch über schmale Pfade und auf abwechslungsreichen Routen durch besondere Landschaften: Hinauf in die Berge, zu Seen und Burgruinen, am Fluss entlang, mit dem Kanu durch Schluchten und Flussauen und mit dem Fahrrad zu schönen Plätzen in der Natur.

Mit topografischer Karte, Höhenprofil, der detaillierter Beschreibung im Buch und GPS-Tracks zum Download ist die Orientierung vor Ort kein Problem. Alle Touren haben maximal mittleren Schwierigkeitgrad und sind für durchschnittlich trainierte Wanderer gut zu schaffen. In den drei Familienwanderführern findet ihr auch ganz kurze Routen für Familien mit Kindern ab 4 Jahren. Für Familien mit etwas größeren Kids sind auch die Touren der Reihe »Naturzeit Aktiv« gut zu machen. Und natürlich dürft ihr auch ohne Kinder auf unseren Familienrouten wandern!

Pyrenäen

Naturzeit aktiv: Pyrenäen

Zwischen Mittelmeer und Atlantikküste begeistert in den Pyrenäen eine abwechslungsreiche, noch sehr ursprüngliche Berglandschaft mit drei ausgewiesenen Nationalparks und etlichen Naturparks. Wanderwege führen in tiefe Canyons mit steil aufragenden Felswänden, zu glasklaren Bergseen und in grüne Täler mit verschlungenen Wasserläufen. Darüber hinaus leiten euch unsere Tourenvorschläge zu uralten Klöstern, Kirchen und mittel­alterlichen Festungen, die eine Pyrenäenreise mit kulturellen Höhepunkten ergänzen.

Die Tourenvorschläge verteilen sich über die komplette Region, sodass das Buch die optimale Begleitung ist, wenn ihr einen Roadtrip durch die Pyrenäen plant. Es ist dabei egal ob ihr im Camper, mit dem Motorrad oder einem PKW auf die Reise geht.

Impressionen Pyrenaeen
Die Mittelmeerküste bei Paulilles, die Cromlechs d’Occabe im Baskenland, einer von unendlich vielen Bergseen und eine Gruppe der frei durch die Berge streifenden Pferde. Fotos: Stefanie Holtkamp

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Im Tal der Dordogne

Das Tal der Dordogne und das benachbarte Tal der Vézère gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten Europas. Man hat hier kunstvoll bemalte Höhlen aus der Steinzeit entdeckt. Pferde, Auerochsen und Mammuts springen fast lebensecht über die Felswände von Lascaux, der berühmtesten Höhle im Tal der Vézère. Auch viele der Dörfer am Fluss erinnern mit ihren engen gepflasterten Gassen und in den Fels gebauten Häusern an längst vergangene Zeiten.

Dordogne und Vézère eignen sich außerdem zum Paddeln – für ein paar schöne Stunden oder auch als mehrtägige Kanuwanderung. Die Karstplateaus rechts und links des Tales ermöglichen unerwartet spannende Wanderungen und sind außerdem durchzogen von Höhlen, die man mit kundiger Führung besuchen kann. Auf vielen Campingplätzen steht unser Zelt direkt am Fluss, der im Sommer auch zum Baden einlädt.

Impressionen Dordogne
Radtour an der oberen Dordogne bei Beaulieu, der Treidelweg am Ufer des Lot bei Saint-Cirq-Lapopie, der Ort Cadouin und das Vallée des Rocs im Dordognetal.
Fotos: Stefanie Holtkamp

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Bretagne

Naturzeit aktiv Bretagne

Die Bretagne liegt im Nordwesten Frankreichs und ragt weit in den Atlantik hinein. So ist die eher dünn besiedelte Region beinahe vollständig von Wasser umgeben. Während sich im Westen der raue Atlantik mit Wucht gegen Felsen und Klippen wirft, zeigt die von starken Gezeiten geprägte Nordküs­te am sanfteren Ärmelkanal einen ganz anderen Charakter.

Einer der großen französischen Weitwanderwege, der GR34, führt immer an der Küste entlang einmal um die bretonische Halbinsel. So sind in der Bretagne besonders eindrucksvolle Küstenwanderungen möglich. Aber auch das Landesinnere ist reizvoll. Hier führen unsere Routen durch verwunschene Wälder, wilde Moore und zu den Menhiren und Steinreihen aus der Steinzeit, für die die Bretagne so berühmt ist.

Impressionen Bretagne
Wandern im Zauberwald und auf dem Küstenweg, der einmal rund um die Halbinsel führt. Fotos: Regina Stockmann

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Provence

Provence mit Kindern

Die Provence gilt als eine der sonnigsten Regionen Frankreichs und wenn nicht gerade der Mistral pustet, kann man hier auch schon im Frühjahr in der Sonne sitzen und im T-Shirt wandern gehen.

Mit der flachen Küstenlandschaft der Camargue, der eindrucksvollen Steilküste der Calanques und den von Höhlen durchzogenen Kalksteinbergen in Landesinneren ist die Provence ein besonders abwechslungsreiches Wandergebiet. Die steinigen Kletterpfade muten beinahe alpin an, obwohl die Berge eigentlich nicht besonders hoch sind. Deshalb eignen sie sich besonders für spannende Wander-Abenteuer mit Kindern. Da im Sommer viele Wege wegen Waldbrandgefahr gesperrt werden, ist die Provence ein perfektes Wanderziel für Frühjahr und Herbst.

Impressionen Provence
Die Schlucht von Regalon, das Kalkgebirge der Alpilles, Eselwandern in den Cevennen und die Cote Bleue beim Dörfchen Carro. Fotos: Regina Stockmann, Stefanie Holtkamp

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Korsika

Die Insel Korsika hat traumhaft schöne Strände, die mit ihrem weißen Sand und türkisblauem Wasser schon beinahe karibisch wirken. Aber Korsika ist nicht nur eine Badeinsel, sie wird auch gerne als »Gebirge im Meer« bezeichnet. Der Monte Cinto als höchster Berg der Insel ist über 2700 Meter hoch. Strand und Berge liegen so nahe zusammen, dass ihr euren Urlaub abwechselnd mit Wandern und Baden verbringen könnt.

Die Pfade in den Bergen sind schmal und steinig und genau richtig für kletterlustige Kids. Ein besonderes Highlight auf den Wandertouren sind die vielen kleinen Flussläufe in den Bergen, die große Gumpen bilden, in denen man auch Baden kann. Im Inselinneren warten außerdem urige Bergdörfer und auf den Straßen und Wanderwegen sind immer wieder frei laufende Tiere unterwegs, was nicht nur Kinder begeistert.

Impressionen Korsika
Badegumpen im Fiumicelli, frei lebendes Schwein in der Castagniccia, der Küstenweg bei Campomoro und der wilde Strand von Barcaggio ganz im Norden der Insel.
Fotos: Stefanie Holtkamp

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Ardèche und Cevennen

Ardèche und Cevennen mit Kindern

Tiefe Schluchten mit steil aufragenden Felswänden, einsame, windzerzauste Hochebenen und am Himmel kreisende Geier – die Region zwischen den Flüssen Ardèche, Chassezac und Tarn erinnert ein bisschen an den wilden Westen. Sie ist ein sehr ungewöhnliches und besonders spannendes Wandergebiet für abenteuerlustige Familien.

Durch die Schluchten sprudelt Wasser – im Frühjahr oft wild und reißend, im wasserarmen Hochsommer können auch Anfänger einige Flussabschnitte mit dem Kanu befahren. Tiefe Gumpen laden an vielen Stellen zum Baden ein, sodass die Region zwischen den Flüssen sich auch gut für einen Sommerurlaub eignet.

Die angrenzenden Cevennen gehören zu den ursprünglichsten Bergregionen Frankreichs und unsere Wege führen über einsame Höhenzüge, zu einem Bergsee, skurril geformten Felsen und folgen den Spuren der Mufflons.

Impressionen Ardeche
Eselwandern durch Cevennendörfer, ein Bade im Gardon, Steinbogen im Chaos von Montpellier-le-Vieux und die Schlucht der Beaume. Fotos: Regina Stockmann, Stefanie Holtkamp

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Trekkingträume für Familien

Trekkingträume für Familien

Die »Trekkingträume für Familien« sind das richtige Buch, wenn es für euch noch ein bisschen mehr Abenteuer sein darf: Eine Reise mit dem Fahrrad, eine mehrtägige Kanutour mit Übernachtung im Zelt oder eine Trekkingtour mit dem Rucksack. Hier findet ihr alles, was ihr dazu wissen müsst.

Im zweiten Teil des Buches machen wir 25 konkrete Vorschläge für Mehrtagestouren mit kurzen Etappen, die sich auch für Kinder eignen. Einige davon liegen in Frankreich: eine Eselwanderung mit Zelt und Selbstversorgung durch die Pyrenäen oder die Cevennen, Kanutrekking auf der Loire, eine mehrtägige Küstenwanderung auf Korsika oder einige Tage Jakobsweg-Schnuppern. Ihr könnt aber auch das Know-How aus dem ersten Teil des Buches verwenden, um eigene Ideen für Touren mit euren Kids zu entwickeln.

Fahrrad, Wandern, Kanu
Fotos: Johanna Kraus, Regina Stockmann

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Das klingt ja alles super, aber ich spreche kein Französisch …

Das gut gepflegte Vorurteil, dass Franzosen grundsätzlich kein Englisch sprechen können und wollen, wird mehr und mehr zum Ammenmärchen. Mir ist es inzwischen häufig passiert, dass ich bei Nachfragen auf Französisch eine Antwort auf Englisch bekam. Was dann hoffentlich an der ebenfalls sprichwörtlichen Höflichkeit der Franzosen lag und nicht daran, dass mein französischer Wortschatz erbärmlicher ist, als ich mir das einbilde 😉

Probiert es einfach aus. Frankreich ist ein Traumland für Naturfreunde, Camper und Outdoorfans!

kleine helfer

Vanlife-Ausrüstung – kleine Helfer im Campervan

Der zweite Teil der Naturzeit Vanlife-Tipps

Neben der Basis-Ausrüstung wie Tisch, Stühle und Küchenequipment gibt es in den Taschen und Fächern in unserem Campervan noch einige kleine Helfer, die das Camperleben bequemer machen oder uns in Notsituationen aus der Patsche helfen können.

1. Handliches Werkzeug vom Multitool zur Sägekette

Für kleine Reparaturen an der Ausrüstung eignen sich die handlichen Multitools mit Zange, Schraubenzieher und anderen Kleinwerkzeugen. Unseres ist aus dem Discounter und ein bisschen klapprig. Hochwertigere Alternativen gibt es zum Beispiel von Victorinox (das Victorinox Swiss Tool Spirit Plus würde uns gefallen), Gerber oder Leatherman. Es gibt die Miniwerkzeuge auch als Biketool mit allem, was ihr für eine Fahrradreparatur braucht. Neuerdings ergänzt eine Säge in Kettenform unser Equipment. Sie war eigentlich zum Brennholz zersägen bei Kanutouren gedacht, eignet sich zum selben Zweck aber natürlich auch im Campingbus. Wir haben uns nach ausführlicher Recherche die von »Nature is Adventure« zugelegt. Funktioniert super!

Ausrüstung: Mini-Tools

2. Snapy zum Spinnenretten

Unsere Kids waren beide nahe an einer Spinnenphobie und alle Krabbeltiere mit langen Beinen mussten unverzüglich den Bus oder das Zelt verlassen. Mit der Hand fange ich Spinnen auch nicht so gerne und mit Glas und Pappe im Campingbus herumzuklettern ist wenig komfortabel.

Da begegneten wir Snapy, dem Insektenfänger. Der lange Stiel sorgt für den angemessenen Abstand zur Spinne und die kleine Kammer für die Insekten wird per Schiebeknopf fest verschlossen. Sie ist außerdem durchsichtig, sodass man das gefangene Tier aus sicherer Distanz noch einmal genau betrachten kann, bevor man es an die frische Luft setzt. Das baut nicht nur bei Kindern Ängste ab. Als sie dann etwas größer waren, konnten unsere Kindern mit Snapy auch selbst Insekten »retten«, die sich in den Bus oder ins Haus verirrt hatten. Unser Snapy kam von Jako-o, ihr könnt aber auch einfach nach einem »Insektenfänger« suchen. Unsere Kinder reisen inzwischen alleine, Snapy ist bei uns im Bus geblieben und auch ohne Kids weiterhin im Einsatz.

Snapy der Insektenretter
Snapy der Insektenretter ist in unserem Campingbus stets griffbereit

3. Gaffa Tape

Das Textilklebeband (silber oder schwarz) ist extrem stabil und klebt absolut zuverlässig. Uns hat es unterwegs schon mehrfach gerettet. Es ist wahres Allheilmittel mit dem ihr kleine Schäden aller Art in den Griff kriegt: Vom simplen Loch im faltbaren Wasserkanister bis zum defekten Dachfenster. Ja, richtig gelesen. Das Dachfenster flog uns aufgrund einer defekten Halterung mitten in den Bergen der spanischen Pyrenäen um die Ohren. Eine heftige Böe fegte es auf die Straße, wo der Kunststoff in zwei große und einige kleinere Teile zersprang. Was nun? Ein Loch im Dach und über dem Bett mitten auf der Reise? Regen war schon für den nächsten Tag angekündigt. Nach dem ersten, tief sitzenden Schock, haben wir unser Fenster mit viel Tape wieder zusammengepuzzelt und anschließend auf dem Busdach festgeklebt. Nachdem beim ersten Regen noch Wasser durchkam, wurde das Fester mit einer stabilen Plastiktüte überklebt und hielt dicht – für weitere zwei Reisewochen, die Rückfahrt von der französischen Atlantikküste auf der Autobahn und noch ein paar Wochen zu Hause bis das Ersatzfenster von Westfalia endlich eintraf. Seitdem ist das Gaffa-Tape ein fester Bestandteil der Ausrüstung – und zwar immer eine ganze Rolle davon.

4. Fußmatte im Eingang

Es ist kaum zu glauben wie schnell ihr Sand und Steinchen ins Auto tragt. Das ist auch kaum zu vermeiden. Selbst wenn ihr die Schuhe gleich im Eingang auszieht, habt ihr ständig die Botanik eures aktuellen Stellplatzes im Auto. Nur bei Asphalt bleibt euer Auto sauber – aber wer will schon auf Asphalt stehen. Ist es draußen auch noch feucht, ist eine Fußmatte im Eingang beinahe unumgänglich. Nach mehreren Anläufen haben wir dort jetzt eine große, kurzflorige Matte liegen, die sich gut sauber halten lässt. Es lohnt sich hier auf Qualität zu achten, das Teil wird wirklich strapaziert.

5. Handbesen

Es gibt kleine Handstaubsauger, mit denen man Krümel und Erde aus dem Van befördern könnte. Sie sind laut, sperrig und gehen schnell kaputt. Deutlich handlicher, völlig unempfindlich und dazu auch noch unabhängig von der Stromversorgung ist ein ganz normaler kleiner Handfeger mit dem ihr den Dreck einfach zur Schiebetür hinausbefördert. Die dazugehörige Schaufel könnt ihr getrost zu Hause lassen. Wenn ihr ein Exemplar mit rauen, festen Borsten wählt, kriegt ihr damit auch Fußmatten sauber. Wir haben ihn mehrmals täglich in der Hand.

6. Isomatte Z-Rest

Zum draußen Sitzen auf feuchtem Boden, gemütlich liegen am Kiesstrand und auch um den Sitzplatz in der Bustür halbwegs staubfrei zu kriegen verwenden wir eine Isomatte. Perfekt ist dazu die faltbare Z-Rest, die man immer auf die passende Breite falten kann. Zur Aufbewahrung muss sie nicht gerollt werden, man klappt sie einfach zusammen.

7. Mini-Sitzkissen

Unsere Mini-Kissen haben ebenfalls die praktische Zick-Zack-Faltung sind aber so winzig, dass sie in jede Tasche passen. Bei uns stecken sie meistens im Rucksack, sodass wir unterwegs auch bei feuchtem Wetter einen trockenen Sitzplatz haben. Alternativ sind die Mini-Kissen auch die richtige Ausrüstung, um in der Bustür nicht im Dreck zu sitzen.

8. Petzl Noctilight

Das Noctilight in Betrieb

Wir sind inzwischen mit der x-ten Generation Taschenlampen gereist, die immer wieder ersetzt werden mussten – meistens weil sie nicht mehr aufzufinden waren. Außerdem hatten wir immer noch eine kleine Laterne für den Platz vor dem Bus dabei, die aber selten eine lange Lebenszeit erreichte und außerdem meist große Batterien brauchte. Jetzt haben wir etwas besonderes entdeckt – eine Lampe die gleichzeitig Taschenlampe und Laterne ist und außerdem auch noch per USB geladen werden kann. Eine Taschenlampe der neuen Generation sozusagen.

Die Stirnlampe Petzl Actic Core lässt sich wahlweise mit Batterien oder mit einem Akku betreiben – je nachdem was gerade zur Verfügung steht. Drei verschiedene Helligkeitsstufen lassen euch die Wahl ob ihr ein wirklich starkes Licht braucht oder ob eine energiesparende Schummerbeleuchtung ausreicht. Das Band der Stirnlampe lässt sich gut verstellen und sie sitzt optimal. Der Clou ist aber das Noctilight, eine Hülle in der die Lampe gleichzeitig sicher verpackt und zudem auch noch als Tischlaterne oder Zeltlicht einsetzbar ist. Eine für alles sozusagen! Vielseitiger kann Ausrüstung kaum sein. Nur verlegen sollte man das wertvolle Stück besser nicht!

Der Akku der Stirnlampe wird per USB geladen und wenn man sie in diese Hülle packt, hat man eine kleine Laterne.

9. Wäscheleine im und am Fahrzeug

Ein Seil als Wäscheleine zum Spannen zwischen zwei Bäumen oder zwischen Bus und Baum gehört zur Standardausrüstung im Campingbus. Statt einer dünnen Wäscheleine haben wir ein stabiles, vielseitig einsetzbares Seil dabei. Es kam auch schon als Kanu-Leine zum Einsatz. Wäscheleinen jeder Art gehören aber nur auf Campingplätze. Wenn ihr frei steht und etwas aufhängen müsst oder bei Regenwetter, könnt ihr auch im Bus ein kurzes Seil spannen – zum Beispiel zwischen Fahrer- und Beifahrertür mit Hilfe der Türgriffe. Alternativ tut eine Hakenleiste gute Dienste, die normalerweise an Badezimmertüren eingehängt wird, wenn ihr in eurem Bus einen guten Platz dafür findet. Feuchte Handtücher landen bei uns zum Trocknen auch schon mal über den Autospiegeln.

10. Klappleiter

Stauraum ist knapp im Nugget und Outdoor-Ausrüstung ist eher sperrig. Schwimmwesten und Faltboot oder ein zusätzliches Zelt und die großen Wanderrucksäcke lassen sich bei uns nur außerhalb des Wohnraumes transportieren. Für den Nugget gibt es da einen Gepäckträger fürs Hochdach, der oberhalb des normalen Fahrradträgers montiert ist. Bei anderen Bussen haben wir schon Dachboxen und Dachgepäckträger gesehen. Aber wie kommt man unterwegs da hinauf? Unsere Lösung ist eine Faltleiter. Im zusammengeklappten Zustand liegt sie an der Seite im Dachbett und stört dort nicht weiter. Mit ihrer Hilfe kommen wir jederzeit an die Alubox, die auf dem Dachgepäckträger befestigt ist.

11. Bodengitter in der Kompressorkühlbox

Ausrüstung: Gitter in der Kühlbox

Fast alle kleinen Vans sind mit einer Kompressorkühlbox ausgestattet. Unsere funktioniert einwandfrei und lässt sich auch bei Sommerhitze noch gut auf Kühlschranktemperaturen bringen. Sie hat nur einen einzigen kleine Makel: Unten in der Box ist es immer leicht feucht. Im Sommer steht nach einigen Tagen alles im Wasser. Verpackungen aus Papier weichen dabei zügig durch. Um das zu verhindern, müsste man die Box fast täglich »trockenlegen«. Alternativ sorgt ein Gittereinsatz aus Plastik dafür, dass die Vorräte leicht erhöht und damit trocken stehen.

12. Klemmen, Magnete, Spanngurte und Karabiner

Ausrüstung: Klemmen und Haken
Klemmen eignen sich zum Befestigen von Tüchern und Handtüchern, Magnetklemmen haften an allen Metallteilen im Van und die Kombi aus einem Gummiseil und einem Kletterhaken hilft überall weiter, wo ihr eine Leine spannen oder etwas befestigen wollt.

Ein kleiner Vorrat reist immer mit. Die Klemmen sind perfekt zum fixieren von schattenspendenden Tüchern an der Markise oder auch einmal zum Sichern der Handtücher auf der Leine. Die Spannriemen haben wir schon zum Verlängern der Wäscheleine verwendet (wenn der Baum doch einen halben Meter zu weit entfernt stand), zum fixieren unseres Einkaufskorbes im Bus oder zum Sichern zusätzlicher Ausrüstung auf dem Fahrradträger. Wo immer ein Teil der Bus-Ausrüstung rutscht, klappert, im Weg rumliegt oder kaputtgeht: Diese Teile machen sich überall nützlich.

Und natürlich unsere WOMO-Reiseführer 🙂

Unsere Bücher aus der WOMO-Reihe führen euch zu den schönsten Orten einer Region und stellen neben Campingplätzen, Wohnmobilstellplätzen und freien Übernachtungsplätzen auch Sehenswertes und kleine Wanderungen vor. Das hier sind nur unsere sieben Bücher der WOMO-Reihe, die inzwischen fast alle Reiseziele in Europa abdeckt.

WOMO-Reiseführer

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Weitere Artikel aus der Naturzeit Vanlife-Serie:

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Kildwick MiniLoo

Der Kildwick MiniLoo-Bausatz

Das MiniLoo von Kildwick ist eine mobile Trenntoilette für Campervans ohne Bad. Warum wir uns für eine Trenntoilette entschieden haben, erklären wir hier ausführlich.

Wir haben den Bausatz gewählt. In der großen Pappkiste, die uns der Postbote vor die Tür stellt steckt: der Toiletteneinsatz, eine schicke kleine Klobrille aus Birkenholz und eine Holzkiste in Einzelteilen, dazu Miscanthus-Streu und ein biologisch abbaubarer Rote-Beete-Reiniger.

Wir bauen ein Klo

Bausatz MiniLoo
Sorgfältig verarbeitet und liebevoll verpackt. Die Teile des MiniLoo machen einen guten Eindruck. Doch wie wird daraus eine Toilette?

Ein Würfel aus Birkensperrholz in Einzelteilen: sechs für den Korpus und fünf für den Deckel. Der erste Anblick ist verwirrend, aber mit Hilfe der Online-Bauanleitung haben wir die Teile schnell sortiert. Sie unterscheiden sich alle in kleinen Details und passen nur am richtigen Platz absolut exakt ineinander. Sogar die Nagellöcher sind genau markiert. Der Toiletteneinsatz, ein Eimer und ein Kanister, die Klobrille ein Tütchen mit Schrauben und Nägeln, Scharnieren und Holzleim – alles liegt bei. Alle Einzelteile sind aus hochwertigem Material. Wer Spaß an schönem Holz und formschönen Details hat, kommt hier voll auf seine Kosten. Das MiniLoo ist ein Designerstück. Kein Vergleich mit einem schnöden Plastikklo.

Das einzige was wir zum Zusammenbau brauchen sind Hammer und Schraubenzieher. Und die Aufbauanleitung. Und am besten vier Hände. Schon beim Zusammenbau des Korpus wird eines klar: Genaue Arbeit ist angesagt. Millimetergenau.

Der Kildwick Cube
Die vielen Einzelteile passen exakt ineinander. Aus einem Stapel Bretter entsteht ein stabiler Holzwürfel – der Korpus des Kildwick MiniLoo.

Nachdem die zweite Seitenwand um einen knappen Millimeter verrutscht ist, passt das nächste Teil nicht mehr. Wir helfen uns mit der Feile und passen anschließend besser auf. Es ist hilfreich den Korpus erst komplett zusammenzusetzen und dann die einzelnen Teile nur kurz herauszunehmen, um sie zu leimen. Auch beim Nageln bleibt am besten alles an Ort und Stelle. Das geht aber nur zu zweit: Eine muss festhalten. Die Position für die kleinen Metallstifte ist genau markiert und alles läuft wie am Schnürchen. So kommen wir glatt durch, bis kurz vor das Ziel. Der Korpus steht.

Weiter geht’s!

Den nächsten Faux-Pas erlaube ich mir beim Montieren der runden Metallplatten, die den Trenneinsatz auf dem Birkenwürfel halten. Sie müssen passgenau in die Vertiefungen im Korpus, in denen vier Magnete sitzen. Meine Schraube landet einen knappen Millimeter neben dem markierten Ziel und es funktioniert nicht. Der Einsatz rastet nicht ein.

Kildwick MiniLoo
Ein Deckel in fünf Teilen…

Zum Glück lässt sich der Leim noch lösen und wir korrigieren die Position. Beim Deckel wissen wir dann endgültig worauf es ankommt. Das ist gut, denn die Montage des schmalen Randes ist ein bisschen kniffliger. Bevor wir den Deckel an die Scharniere schrauben wird das komplette Loo noch mit Holzöl imprägniert.

Fertig! Bei uns steht jetzt ein Klo im Wohnzimmer ;).

Kildwick MiniLoo

Ihr wollt wissen, wie sich das MiniLoo bewährt hat? Hier berichten wir von unseren Erfahrungen.

Transparenzhinweis: Das MiniLoo wurde uns von Kildwick kostenlos zum Test zur Verfügung gestellt. Wir haben diese Kooperation aber selbst und aus Überzeugung angefragt und waren sehr gespannt, wie die mobile Trenntoilette sich in unserem Reisealltag bewähren wird. Mehr Infos zum MiniLoo bekommt ihr bei www.kildwick.de

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Weitere Vanlife-Projekte für 2020 und 2021

>> Online mit dem CamperNet
>> Wasserfilter statt Plastikflaschen

Online mit dem CamperNet

Ein eigenes WLAN-Netz im Campervan

Ein stabiler Internetanschluss im Campervan ist für uns ein wichtiges Thema, weil wir auf unseren Recherchereisen immer wieder Zugriff aufs Netz brauchen. Nicht nur, um Informationen zu suchen, sondern auch zum Verschicken von größeren Dateien und zum Zugriff auf unsere Social-Media-Kanäle. Unser Plan ist es, in Zukunft einen guten Teil des Jahres im Campingbus zu leben und dabei das Büro des Naturzeit Verlages einfach mitzunehmen. Dazu brauchen wir im Fahrzeug ein funktionstüchtiges Mini-Büro. Ein zuverlässiger Internetanschluss ist dabei das A und O. Das Ganze soll außerdem bitte unkompliziert funktionieren und mit durchschnittlichem technischem Kow-How zu bedienen sein. Mit diesen Vorgaben haben wir uns auf die Suche gemacht und sind dabei auf die junge Rosenheimer Firma Antretter&Huber und ihr CamperNet gestoßen.

Auch wenn ihr nicht in eurem Van arbeitet und ihn nur als Urlaubsdomizil nutzt, ist ein guter Internetanschluss eine feine Sache. Mit dem entsprechenden Datenvolumen auf der SIM-Card könnt ihr unterwegs Filme und Musik streamen und damit auch den einen oder anderen Regentag auf engem Raum entspannt aussitzen. Mit dem CamperNet ist die Chance, auch an abgelegenen Plätzen online zu sein, deutlich besser. Ihr bekommt damit quasi eine alternative Satellitenschüssel in euren Bulli – nur dass das System vielseitiger ist und deutlich weniger Platz braucht.

Wie funktioniert das CamperNet?

Von der eigentlichen Funktionsweise ist das CamperNet nicht grundlegend neu. Wenn ihr unterwegs ins Internet wollt, habt ihr zwei Möglichkeiten: Entweder ihr nutzt WLAN Hotspots oder ihr geht über das Handynetz online. Mit einer Antenne könnt ihr außerdem den Empfang verbessern. Das ist der augenblickliche Stand der Technik und genau diese Basis nutzt auch auch das CamperNet. Trotzdem wird es jetzt interessant.

CamperNet – handlich verpackt.
Router und Antennen passen zusammen bequem in einen handlichen Kasten.

Das CamperNet besteht aus einem Router und zwei unterschiedlichen Antennen. Ihr baut damit in eurem Fahrzeug euer eigenes WLAN-Netz auf und könnt so auch einen Laptop oder ein Tablet ohne eigene SIM-Card ins Netz bringen. Klar, das geht grundsätzlich auch mit einem Handy, das ihr als Hotspot nutzt. Wozu also den separaten Router?

Die besonderen Pluspunkte des CamperNet

Der Router ist zuständig für den ersten dicken Pluspunkt des CamperNet: Auch wenn ihr euch in ein öffentliches WLAN einwählt, ist euer Netz durch den Router mit Passwort und Firewall gesichert. Ihr könnt eine Überweisung oder andere Bürojobs mit sensiblen Daten gefahrlos auch im WLAN eines Campingplatzes erledigen. Ob der Router auf ein öffentliches WLAN oder auf das Mobilfunknetz zugreifen soll, steuert ihr über eine App auf eurem Handy.

Das wichtigste Element des CamperNet sind aber die beiden aufeinander abgestimmten Antennen. Sie sind es, die den echten Unterschied machen. Die LTE-Antenne verstärkt das Mobilfunknetz, mit der WLAN Antenne könnt ihr jeden öffentlichen WLAN-Hot-Spot in eurer Nähe nutzen. Peter Antretter versichert uns, dass wir mit den CamperNet-Antennen noch ein Netz haben werden, wenn mit dem Handy schon lange nichts mehr geht.

CamperNet Router
Der Router des CamperNet ist besonders robust, damit er den Einsatz in Campingfahrzeugen gut übersteht, und mit einem 12 Volt Stromanschluss ausgestattet. Sein Verbrauch ist moderat und mit dem einer LED-Lampe zu vergleichen.

Antretter&Huber
ein StartUp aus Rosenheim

Peter ist einer der beiden Inhaber des jungen Unternehmens Antretter&Huber. Er empfängt uns im Büro im Stellwerk 18, einem digitalen Gründerzentrum in Rosenheim. In den technisch perfekt ausgestatteten Büros am Stadtrand arbeiten mehrere StartUps mit digitalem Schwerpunkt und innovativen Ideen nahe beieinander. Die Montage der Antennen fürs CamperNet erfolgt direkt neben dem Büro in einem zweiten Raum, der als Werkstatt fungiert. Als »Spitzentechnologie mit Manufakturcharakter« bezeichnen die beiden ihr Produktionskonzept.

Antennen sind die Kernkompetenz von Peter Antretter und Alois Huber. Bevor sie in ihrer eigenen Firma begonnen haben spezielle WLAN-Systeme für Campingfahrzeuge zu konzipieren, haben die beiden gemeinsam über 20 Jahre bei einem der weltweit größten Unternehmen der Branche Antennen für Autos entwickelt. Ihr CamperNet ist gerade erst in Serie gegangen und trifft auch bei Wohnmobilherstellern auf Interesse. Ein stabiler Internetempfang könnte nämlich tatsächlich die bei Wohnmobilen übliche, sehr viel teurere Montage einer Satellitenschüssel überflüssig machen. Alternativ zum kompletten Set mit Router gibt es dazu auch eine spezielle TV-Antenne, die PROBUM DBTV, die deutlich preisgünstiger ist als das CamperNet. Mehr Infos aus erster Hand findet Ihr bei www.antretter-huber.com.

Die Montage des CamperNet

Montage CamperNet

Wir sind hier in Rosenheim, um zuerst einmal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Dann werden der Router und die Antennen in unserem Nugget montiert. Wir dürfen das System auf unseren Reisen testen und werden euch hier über unsere Erfahrungen auf dem Laufenden halten. Zunächst einmal nehmen wir euch mit zur Montage, denn dass diese so einfach ist, ist ja schon der erste Vorteil des CamperNet. Beide Antennen und auch der Router werden im Fahrzeug verklebt. Löcher sind nur notwendig, wenn die Kabel hinter die Verkleidung sollen.

Der richtige Platz für Router und Antennen

Zuerst geht es darum den richtigen Platz für die Montage zu finden, denn der ist nicht in jedem Campervan gleich. Das hier sind die wichtigsten Kriterien für die Entscheidung:

  • LTE-Antenne
    Sie soll innen ins Dach des Campers montiert werden, darf dabei aber nicht direkt auf Metall sitzen, weil sie sonst nicht funktioniert. Meist wird sie einfach ins Dach geklebt. Das GFK-Kunststoffdach unseres Nugget ist zwar ideal für den Empfang, es ist aber innen mit Textilmaterial isoliert. Da klebt leider gar nix. Wir haben die Antenne stattdessen mit Klettband im Dach fixiert, was gut zu funktionieren scheint.
  • WLAN-Antenne
    Hier ist der richtige Platz weniger entscheidend für die Funktion, sodass diese meist im kurzen Abstand neben dem Router landet, denn beide Antennen müssen per Kabel mit diesem verbunden sein.
  • Der Router
    Der Router braucht einen 12 Volt Stromanschluss. Ihr montiert ihn also am besten in dessen Nähe. Man sollte ihn aber möglichst nicht auf den ersten Blick sehen, um keine Einbrüche zu provozieren. Es ist außerdem wichtig, dass die beiden SIM-Karten Slots an der Seite des Routers auch nach der Montage gut zugänglich bleiben. So könnt ihr im Ausland den zweiten Slot nutzen, um zusätzlich zu eurer Standart-Simcard, auch mal flexibel auf eine günstige Daten-Karte aus eurem Reiseland umzusteigen.
CamperNet LTE Antenne
Das ist die LTE-Antenne. Bei uns ist sie nicht geklebt, sondern mit Klettband im Dach befestigt. Die Kabel verschwinden in der Verkleidung und verbinden die Antenne mit dem Router.

Unsere Lösung im Ford Nugget

Auf dieser Basis wird der beste Platz für Router und Antennen in jedem Van individuell ermittelt. Bei Wohnmobilen und Wohnwagen kann man den Router meist gut in einem Schrank montieren, wo er auch gleich unauffällig versteckt ist. Bei uns ist da kein Platz. Wir entscheiden uns für das große Fach hinter der Sitzbank, in dem auch der Sicherungskasten zu finden ist. Zum Stromanschluss ist es so nicht weit und das Kabel kann in der in der Verkleidung verschwinden. Auch die Kabelverbindung zur LTE-Antenne verläuft unauffällig hinter der Verkleidung. Peter hat es dazu dazu verlängert und durch die Führung für die Stromkabel nach oben verlegt. Hätten wir die Montage alleine machen müssen, hätten wir die Kabel wohl eher auf der Verkleidung fixiert, aber so sieht es definitiv besser aus. Dann bekommen wir noch eine kurze Einweisung in die Bedienung der App, die wir schon im Büro startklar gemacht haben. Alles Paletti.

Das CamperNet im Praxistext

Beschwingt rollen wir anschließend von Rosenheim zurück nach Hause und fast direkt in den Corona-Lockdown. So wird unser WLAN-Test dieses Jahr leider etwas weniger umfassend ausfallen als ursprünglich geplant. Es geht erst im Juni los, zunächst an die mecklenburgische Ostsee. Das ist durchaus ein Härtetest für die Antennen des CamperNet. Zumindest bei der letzten Recherche vor vier Jahren sind wir dort von »Funkloch« zu »Funkloch« gefahren und auch viele Campingplätze konnten ihren Gästen kein verwendbares WLAN anbieten.

Auch nach vier Jahren hat sich an diesem Zustand wenig geändert und so sparen wir uns schnell die Aktion an jedem Campingplatz abzuklopfen, wie es mit dem WLAN aussieht. Stattdessen verlassen wir uns auf unsere mobilen Daten. Für eine Reise in Deutschland gibt es verschiedene Prepaid-Karten mit hohem Datenvolumen zu einem günstigen Preis, sodass ein hoher Datenverbrauch kein Thema ist. Um ein Gefühl für die Leistung der LTE-Antenne zu bekommen, vergleichen wir am Anfang regelmäßig den Empfang unserer beiden Handys mit unserem Bus-WLAN. Und tatsächlich: da wo es ohne Antenne nur noch für »edge« reicht, arbeitet der Router noch recht zuverlässig. Und weil es so bequem ist, sich bei der Rückkehr zum Bus einfach ins WLAN einzuloggen, finden die Vergleichstests bald nur noch selten statt. Auch mit dem Laptop sind wir so schnell online wie zu Hause. Perfekt! Nur ein einziger Campingplatz bleibt auch mit CamperNet ein Funkloch. Auf der Insel Poel sind und bleiben wir in unserem Bus offline. Wo nichts ist, kann auch die LTE-Antenne des CamperNet nicht verstärken.

Etwas weniger überzeugend fällt die WLAN-Lösung des CamperNet aus. Das löchrige Netz der Campingplätze lässt sich damit nur minimal verstärken. Dafür hängt sich der Router beim Wechsel zwischen mobilen Daten und WLAN gerne mal auf und muss neu gestartet werden. Unsere Lösung mit der Montage unter der Sitzbank bewährt sich dabei leider auch nur begrenzt. Um den Router zu erreichen, braucht es eine Taschenlampe und akrobatische Verrenkungen. Es dauert nicht lange und wir sparen uns den Wechsel. Mit mobilen Daten funktioniert es einfach viel besser.

Mit dem CamperNet in der Schweiz

Die zweite Recherchereise führt uns in die Schweiz und nach Korsika. Jetzt bewährt sich der zweite SIM-Karten-Slot des Routers. Unsere Lösung für die Schweiz ist die Data Prepaid-Karte der Telekom, die auch in der Schweiz verwendet werden kann. Bei allen anderen Anbietern ist eine Datenverbindung in der Schweiz nicht abgedeckt. Zubuchbar sind Datenpakete von einem bis fünf Gigabite. Parallel testen wir in einem der Handys eine Prepaidkarte von Aldi-Suisse. Der größte Vorteil der Telekom-Lösung: Sie funktioniert sofort und wir bleiben durchgängig online. Bis wir den Aldi-Suisse Zugang zum Laufen bringen, vergehen doch zwei Tage. Dann funktioniert auch diese Lösung einwandfrei. Die Telekomkarte kann dann auch bei der Fahrt durch Italien und auf Korsika im Einsatz bleiben. Sie ist also sehr bequem, wenn ihr häufig die Länder wechselt und dabei auch in der Schweiz unterwegs seid.

Wir haben uns extrem schnell an den Komfort gewöhnt, den das CamperNet bietet. Es ist einfach sehr bequem, am Bus so schnell online zu sein wie zu Hause.

Neue Antennen für das CamperNet

Die LTE-Folienantenne des Campernet funktioniert perfekt in einem GFK-Dach, kann aber nicht direkt auf Metall geklebt werden. Für Kastenwagen und Wohnmobile mit Blechdach oder einer Wohnkabine aus Metall haben Antretter&Huber daher inzwischen eine Dachfinne und die Yacht-Antenne entwickelt, die außen auf das Fahrzeug geklebt wird und noch besseren Empfang garantiert. Der Wohnmobilausstatter autarker.de, kombiniert das den CamperNet-Router auf Wunsch auch mit den leistungsstarken WebCatcher-WLAN-Antennen und montiert euch das komplette System einsatzbereit im Camper.

Transparenzhinweis: Das CamperNet wurde uns von Antretter&Huber kostenlos zum Test zur Verfügung gestellt. Wir haben diese Kooperation aber gezielt und aus eigenem Antrieb angefragt, weil uns das CamperNet für unsere Bedürfnisse perfekt geeignet schien.

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Kompakte Basisausstattung für den Campervan

Kleine Fahrzeuge mit eingeschränktem Stauraum stellen besondere Ansprüche an eure Ausrüstung. Hier bewähren sich andere Dinge, als in einem großen Wohnmobil. Genau darum geht es geht uns in unserer Naturzeit Vanlife-Serie. Wir werden deshalb keine komplette Aufstellung der Basisausrüstung in einem Campervan liefern, sondern ganz konkret platzsparende, praktische Ausrüstung vorstellen, die sich in unserem Reisealltag bewährt hat.

In diesem ersten Post dreht sich alles um die Basics: Schlafen, draußen wohnen, kochen und essen. Und auch ein bisschen um das Thema Badezimmer, denn die meisten kleinen Campervans haben keine »Nasszelle« an Bord. Darüber hinaus gibt es noch viele nützliche kleine Dinge, die das Leben im Campervan bequemer machen – die folgen dann im nächsten Post.

Eines vorweg: Wenn ihr einen kleinen Campervan oder gar einen ausgebauten PKW fahrt, solltet ihr für die Ausstattung eures Fahrzeuges eher im Outdoorhandel auf die Suche gehen als im Campingbedarf. Nehmt außerdem nur mit, was ihr wirklich braucht und bevorzugt Gegenstände, die vielseitig einsetzbar sind. »Weniger ist mehr« gilt nicht nur bei Outdooraktivitäten, sondern auch beim Campen mit dem Bulli oder Caddy.

1. Übernachten im Campervan

Schlafsäcke sind im Campervan handlicher als schwere Bettdecken. Wenn ihr dann spontan am Strand schlafen wollt, oder einfach nur in der Hängematte vor dem Bus, seid ihr mit einem Schlafsack auch gleich richtig ausgerüstet. Wir beziehen die Polster mit einem Spannbettlaken, sodass wir unsere Schlafsäcke auch offen nutzen können. Kopfkissen sind besonders wichtig für echten Schlafkomfort, wir nehmen deshalb die gewohnten und bewährten von zu Hause mit.

Fahrt ihr im Sommer in den Süden, wird es vor allem im Dachbett oft ziemlich warm. Ein Bettlaken oder ein anderes dünnes Tuch leistet dann gute Dienste als Deckenersatz.

2. Tisch und Stühle mit kompaktem Packmaß

Tisch und Stühle für draußen gehören zu den sperrigsten Teilen der Campingausrüstung. Wir haben daher viel Zeit damit verbracht, für uns die optimale Lösung zu finden und beides mehrfach an die sich verändernden Bedürfnisse angepasst.

Die ersten Jahre waren wir zu viert mit einem VW T4 mit Hochdach unterwegs. Tisch und Stühle lagen zu dieser Zeit meist im zusammengeklappten Bett im Hochdach. Ein großer, vergleichsweise schwerer Klapptisch – stabil genug um auch zappelnde Kinder auszuhalten – und vier Stühle mussten abends hinunter in den Wohnbereich und irgendwo im oder vor dem Bus einen guten Platz finden. Kein Problem, wenn ihr zwei Wochen auf einem Campingplatz steht, aber schon schwieriger bei Reisen mit häufigem Ortswechsel, der bei Recherchereisen kaum zu vermeiden ist.

Transport auf dem Fahrradträger

Als die erste lange Tour nach Sardinien anstand, brauchten wir eine Alternativlösung. Sie war grau und etwas unhandlich: in der Fiamma-Packtasche aus Textilmaterial verpackt, landeten Tisch und Stühle auf dem Fahrradträger. Schwimmnudeln und Federballschläger passten auch noch mit hinein. Die Fahrräder blieben zu Hause. Das funktionierte einwandfrei und da wir vom Zelten kamen, empfanden wir die Lösung als komfortabel und gut zu machen. Verglichen mit dem Aufbau eines Familienzeltes war der abendliche Busumbau nur Pipifax!

Bullicamping
Tisch und Stühle stecken in der Tasche auf dem Fahrradträger.
Capo Comino

Beim Umstieg vom VW-Bus auf einen Ford Nugget wurde der Transport von Tisch und Stühlen zur neuen Herausforderung. Der Nugget glänzt durch einen gut aufgeteilten Wohnraum und ein breites Dachbett. Er überzeugt uns auch durch ein funktionierendes Zweiraumkonzept auf engstem Raum. Aber der Stauraum schrumpfte im Nugget im Vergleich zum VW T4. Der einzige denkbare Platz für Tisch und Stühle schien uns der Bereich hinter der Sitzbank und unter dem Küchenblock. Maximalbreite der Tischplatte: 60 Zentimeter. Ein kleinerer Tisch musste her und auch unsere großen bequemen Gartenstühle passten da nicht rein. Was nun?

Staufach im nugget
Das hier ist unser persönliches »Nadelöhr« beim Laden größerer Gepäckstücke. Alles was hier hindurch geht, bleibt schnell und unkompliziert greifbar.

Nach ausführlicher Suche schafften wir ein kompaktes Set von Lafuma an. Jetzt hatten wir einen Tisch und vier Stühle unter der Bank. Um auch nur einen einzigen Stuhl herauszuholen, musste die Sitzbank im Bus ganz nach vorne gezogen werden. Das funktioniert nur, wenn der Bereich vor der Sitzbank im Fahrgastraum komplett frei ist. Bei einem Wohnraum von zehn Quadratmetern und vier Personen ist das nicht sehr realistisch! Meist hieß es also räumen. Immer noch suboptimal!

Ein zerlegbarer Stuhl würde durch die kleinere Öffnung auf der anderen Seite des Faches passen und das Problem lösen. Und so machten wir uns erneut auf die Suche nach einer Lösung. Inzwischen sind wir dabei wohl zu Experten für kleine, leichte Klappstühle mutiert.

Unser Weg zum perfekten Stuhl

Darf ich vorstellen: Helinox Chair One, Helinox Sunset Chair, der Lafuma Campingstuhl und einer unserer bequemen aber riesigen Campingstühle aus dem Gartencenter. Unten seht ihr den Unterschied im Packmaß.
Campingstühle zusammengeklappt

Unsere aktuelle Lösung ist der Helinox-Klappstuhl. Erst war es der kleine Chair One, auf dem man nur knapp über dem Boden schwebt. Ursprünglich angeschafft als Sitzgelegenheit bei unseren mehrtägigen Kanutouren, kam er schnell auch als Sonnensitz zum Einsatz, wenn wir zu faul waren, die großen und zudem eher unbequemen Lafuma-Stühle aus ihrem Fach zu befreien. Schnell folgte der erste Helinox Sunset-Chair in normaler Stuhlhöhe und noch ein bisschen später blieben die Lafuma-Klappstühle einfach zu Hause.

Im Sunset-Chair kann man vergleichsweise bequem in der Sonne lümmeln aber auch noch einigermaßen manierlich am Tisch sitzen. Er ist in Sekundenschnelle aufgebaut und problemlos im Handling – auch noch nach fünf Jahren im ständigen Einsatz. Im zusammengefalteten Zustand wird aus dem Stuhl ein handliches Paket, das wir mit einem Griff unter der Bank herausziehen können. Die Stühle sind außerdem leicht genug, um sie auch mal zum Fluss- oder Seeufer zu tragen oder, um sie zum Sonnenuntergang mit ans Meer zu nehmen. Perfekt. Wir sind zufrieden.

Das Helinox-Konzept ist so überzeugend, das es inzwischen einige Nachahmer gefunden hat. Ihr könnt also zwischen mehreren Stuhlmodellen mit ähnlichem Aufbau wählen.

Die Suche nach dem passenden Tisch

Der Weg zum Tisch
Der neue Falttisch mit faltbarerer Bambusplatte, unser uqip-Mini-Rolltisch für Kanutouren, der kleine Lafuma Campingtisch und unser Erstling, dessen Metallgestänge mit einer Schraube stabil fixiert wird. Da wackelt nichts, aber das Teil ist richtig schwer. Unten seht ihr noch einmal den Unterschied im Packmaß.
Campingtische

Nur um an den Tisch zu kommen, musste die Sitzbank im Campervan jetzt noch nach vorne gezogen werden. Unser Mini-Falttisch aus dem Kanu-Equipment kam als improvisierter Tischersatz für kurze Zwischenstopps ins Gepäck. Er ist klein und wackelig. Für ein komfortables Frühstück also nur mäßig erfreulich, obwohl wir inzwischen nur noch zu zweit daran Platz nehmen müssen. Also weiterhin suboptimal. Was jetzt? Wir legten unseren Lafuma-Tisch tagsüber wieder ins Dachbett. Dort war er besser greifbar. Nachts und am Morgen stand er dann unten in der Küche im Weg herum.

So machten wir uns wieder auf die Suche – diesmal nach einem passenden Tisch mit rollbarer Tischplatte. Denn nur so einer passt durch die Öffnung im Küchenblock und zu den Stühlen unter die Spüle. Die Suche war lange erfolglos, denn die Tische waren uns alle zu klapprig. Bis wir auf ein neues Konzept stießen: einen Campingtisch mit klappbarer Tischplatte. Und hier ist er, unser Neuer!

Der Sunset-Chair ist am Tisch gut einsetzbar und trotzdem bequem zum Lesen und in der Sonne sitzen. Auch aus dem Tisch wird im zusammengeklappten Zustand ein handliches Paket (die schwarze Tasche oben im Bild), das auch in einem kleinen Campervan gut zu verstauen ist.

Die Tasche des Campz Falttisches ist mit 81 x 11 x 16,5 Zentimetern handlich aber doch gut sechs Kilo schwer. Die ausgeklappte Tischplatte hat 80 x 65 Zentimeter und ist aus schnell nachwachsendem, relativ leichtem Bambusholz. Die Alu-Füße sind verstellbar, um Unebenheiten auszugleichen. Der Tisch macht einen robusten, stabilen Eindruck, sieht schick aus und der Preis ist erschwinglich. Er war inzwischen eine erste Saison im Einsatz und hat sich gut bewährt.

Helinox Chair One
Die kleinen Helinox-Stühle und ein niedriger Falttisch sind unsere Komfortausrüstung für Paddel- oder Fahrradtouren. Sie eignen sich aber auch als Minimalausrüstung für Caddy-Camper oder für Reisen mit dem Motorrad.

Das hier sind unsere Kriterien für einen guten Campingtisch:

  • stabile Konstruktion aus langlebigen Materialien
  • verstellbare Tischbeine mit denen man Unebenheiten ausgleichen kann
  • Tischplatte abwischbar und resistent gegen Feuchtigkeit
  • Beine leicht abklappbar, ohne sich dabei die Finger zu klemmen
  • lückenlos zusammenpassende Teile der Tischplatte

3. Hängematte statt Liegestuhl

Hängemattenparadies

Bei der Wahl unseres Stellplatzes geben häufig auch die Bäume in der Umgebung den Ausschlag und das nicht nur wegen des Schattens. Zwei Bäume in Hängemattenentfernung sind perfekt für einen gemütlichen Lagerplatz. Das sanfte Schaukeln der Hängematte ist mir hundertmal lieber als jeder noch so bequeme Liegestuhl, der außerdem in unserem Campervan eh keinen Platz hat.

Unsere Hängematte ist aus Fallschirmseide (Amazonas Silk Traveller) und so besonders leicht und handlich. Wir haben dieses Modell gewählt, weil es mit etwa 350 Gramm Gewicht und kleinem Packmass auch noch in den Rucksack geht. Als Aufhängung dienen zwei lange Spannriemen, die um den Baum geschlungen werden. Sie lassen sich leicht dem Abstand der Bäume anpassen und brauchen, weil das Band breit genug ist, keinen speziellen Baumschutz. Nutzen wir die Hängematte gerade nicht, sind die Spannriemen auch anderweitig verwendbar. Als leichtere Alternative für den Rucksack haben wir spezielle Hängemattenseile, die aber kürzer und somit längst nicht so flexibel sind.

Die Hängematte am Campervan befestigen

Auf stylischen Vanlife-Fotos baumelt die Hängematte gerne zwischen dem Fahrzeug und einem Baum. Sieht cool aus, funktioniert aber bei den meisten Campingbussen nicht ohne spezielle Vorrichtung am Fahrzeug. Auf den ersten Blick bietet sich der Fahrradträger zum Befestigen des Seiles an. Aber Vorsicht! Was bei einer gespannten Wäscheleine kein Problem macht, wird beim Gewicht einer Hängematte schon schwieriger. Die zugelassene Traglast reicht bei vielen Fahrradträgern nicht aus. Zudem zieht das Gewicht einer Hängematte auch noch von der Seite statt, wie bei einem Fahrradträger eigentlich vorgesehen, gleichmäßig von oben zu kommen. Bei uns funktioniert diese Lösung jedenfalls nicht.

4. Küchenequipment im Campervan

Die meisten kleinen Campervans haben eine fest eingebaute Küche mit Zweiflammenkocher, Spüle, Wassertanks und Kühlbox. Unserer auch! Wer einen PKW zum Camper umbaut, sollte dagegen in einen guten Gaskocher investieren. Gut geeignet sind die flachen Kocher mit zwei Gasflammen, bei denen die Gaskartusche über einen Schlauch angeschlossen wird. Wenn ihr etwas kompakteres sucht, solltet ihr euch bei den Sturmkochern (zum Beispiel Trangia oder Primus) umsehen.

Ein Sturmkocherset besteht aus Kocher, Töpfen und einer Pfanne, die ineinander gestapelt sind. Eure komplette Küchenausstattung verschwindet quasi in einem Päckchen vom Format eines großen Topfes. Sturmkocher werden außerdem mit kleineren Schraubkartuschen betrieben, die ebenfalls wenig Platz brauchen. Sie sind durch den integrierten Windschutz sehr schnell, stehen besonders sicher und sind außerdem langlebig und gut zu bedienen. Wir brauchen unseren Trangia Sturmkocher nur für Kanu- und Fahrradtouren. Er ist übrigens seit über 25 Jahren in Betrieb und wir haben nur vor einiger Zeit die früher üblichen Alutöpfe gegen neue mit Hartaneloxierung ersetzt.

Töpfe und Pfanne

Auch in den Schränken im Küchenbereich ist Stauraum nicht so üppig wie in einem großen Wohnmobil. Wir verwenden deshalb ein Set ineinander stapelbare Campingtöpfe ohne Griffe. Es besteht aus zwei Töpfen und einer Pfanne. Der Vorgänger hatte noch einen Topf mehr – einen ganz kleinen – denn wir gerade ab und zu vermissen. Das Handling auf dem Herd funktioniert mit dem üblichen zugehörigen Klappgriff. Der Deckel des großen Topfes hat einen Ausguss fürs Nudelwasser. Mehr braucht man nicht. Die Töpfe werden im Bus längst nicht so strapaziert wie auf Trekkingtouren, sodass wir uns für die Komfortlösung mit Beschichtung entschieden haben. So können wir in den Töpfen auch mal Gemüse anbraten und das Essen hängt nicht an. Unser erstes Set hatten wir fast 20 Jahre in Betrieb und haben es erst letztes Jahr gegen ein neues ersetzt, weil die Teflonbeschichtung doch langsam spröde wurde.

Kuechenequipment
Tassenstapel, Topfset, unsere Ortlieb Faltschüssel und die kleinen scharfen Victorinox Messer mit denen man sogar recht gut Brot schneiden kann.

Faltschüssel

Ein zweites wichtiges Utensil aus dem Outdoorbedarf, auf das wir niemals verzichten würden, ist unsere Ortlieb Faltschüssel. Wir haben sogar zwei – eine mit und eine ohne Griffe. Beide sind fast dreißig Jahre alt und immer noch verwendbar. Die mit Griffen ist unsere Spülschüssel. Sie eignet sich perfekt für den Transport des Geschirrs zu den Sanitäranlagen. Die Zweite ist seltener und nur zum Wäsche waschen im Einsatz.

Teller und Schüsseln

Unzerbrechliche Teller gibt es in großer Auswahl und welche ihr verwenden wollt, ist einfach nur Geschmacksache. Am Anfang hatten wir budgetschonend einen Satz Ikea-Teller und Becher im Einsatz. Das reicht völlig aus. Heute transportieren wir pro Person einen flachen und einen tiefen Teller und ein Müslischälchen. Dazu kommt eine Salatschüssel, ein Holzbrettchen, zwei Korkuntersetzer und ein kleiner Messbecher.

Bullitasse

Tassen und Gläser

Emaille-Tassen mit Bullimotiven sind einfach in. Klar braucht man so ein Lieblingsstück in einem Campervan. Besonders praktisch sind die Teile allerdings nicht. Emaille ist ein guter Wärmeleiter. Füllt ihr den Becher mit einem heißen Getränk, wird nicht nur der Becher, sondern auch noch der Griff heiß – und das in Windeseile. Das ist nur an kalten Tagen im Freien angenehm, wenn ihr einen Handwärmer braucht. Ansonsten verbrennt ihr euch sehr schnell die Finger und der Kaffee wird genauso schnell wieder kalt. Außerdem ist das Material auch noch vergleichsweise empfindlich. Fällt eine Emaille-Tasse herunter, splittert oft die Glasur und euer Schmuckstück kriegt unschöne Macken.

Kunststofftassen sind eigentlich praktischer. Wenn ihr hochwertige aussucht, sind sie auch ganz angenehm zum Trinken. Emaille könnt ihr dafür gut reinigen. Selbst die hässlichen braunen Teeränder lassen sich mit etwas Ausdauer entfernen. Spätestens wenn ihr die Tassen zu Hause in die Spülmaschine stellt, werden sie wieder blitzeblank. Außerdem sind Tassen aus Emaille einfach viel, viel schöner als Plastiktassen! Auch wenn wir sonst eher praktisch veranlagt sind, ein bisschen stylisch mögen wir es doch. Auf unsere Adventure-Bulli-Cups wollen wir tatsächlich nicht verzichten! Wir haben also beides dabei: große Emaille-Tassen und Kunststofftassen als Ersatz. Sie sind etwas kleiner als die Emaille-Tassen und lassen sich in diese hineinstellen. In die Kunststofftasse kommt dann für jede noch ein kleines, französisches Weinglas. Das passt geradeso hinein und ist dort auch gleich gut geschützt.

Besteck

In der Besteckschublade tummelt sich pro Person ein Satz Besteck plus ein Set als Reserve. Dazu Flaschen- und Dosenöffner, ein Korkenzieher und zwei kleine scharfe Messer. Zwei Holzlöffel (wegen den beschichteten Töpfen), die einmal in der Puppenküche meiner Tochter zu Hause waren, und ein winziger Schneebesen. Alles was wir sonst noch zu brauchen meinen, fahren wir meist ungenutzt spazieren.

Messer

Eine echte Entdeckung waren unsere kleinen Küchenmesser von Victorinox. Sie sind nicht teuer und richtig scharf. Sie eignen sich zum Essen, aber auch zum Brot und Gemüse schneiden und passen locker in die Besteckschublade.

4. Mini-Toilette im Campervan

In unserem Fünfmeter-Campervan gibt es wie in jedem normalen Bulli keine Nasszelle. Für ein Porta Potti, das transportable Chemieklo, konnten wir uns nie erwärmen. Warum? Hier steigen wir tiefer in dieses Thema ein.

Wir reisen also ohne WC und ziehen deshalb einfache Campingplätze als Quartier einem Wohnmobilstellplatz vor. Stellplätze kommen nur in Frage, wenn sie auch eine Toilette anbieten oder wenn Sie sehr naturnah liegen. Wir stehen aber auch häufig frei, allerdings auch das nur in naturnaher Umgebung. Für Toilettengänge gelten dann die Outdoorregeln.

Outdoortoilette ohne Tretminen

In unserer Bustür befindet sich – stets greifbar – ein Minispaten. Selbstverständlich ist auch dieser klappbar. Wie bei allen Aktivitäten in der Natur gilt auch bei der Toilette im Wald: Keine Spuren hinterlassen. Exkremente sind in normaler Konzentration für die Natur nicht schädlich, aber keiner tritt gerne in ein Scheißhäufchen. Ob es ein Hund oder Mensch abgelegt hat, ist dabei ziemlich egal. Fast ebenso unangenehm sind die unschönen Ansammlungen aus herumliegendem und nur langsam verrottendem Toilettenpapier. Beides könnt ihr problemlos vermeiden!

Beim Pipimachen nehmen wir das Papier einfach wieder mit, sammeln es gegebenenfalls in einer Papiertüte und entsorgen es im nächsten Müll. Bei größeren Geschäften kommt der Spaten zum Einsatz und alle Hinterlassenschaften inklusive Toilettenpapier werden ausreichend tief vergraben.

Auch wichtig: Verwendet auch draußen richtiges Toilettenpapier. Taschentücher brauchen deutlich länger zur Zersetzung. Feuchttücher aller Art gehören niemals in die Natur. Auch nicht, wenn ihr sie vergrabt.

Hilfsmittel Mini-Toilette
Klappspaten und Pieselhilfen für Frauen. Ein delikates Thema. Aber sehr sehr wichtig, damit Campervans auf freien Plätzen nicht zum Ärgernis werden.

Hilfsmittel für eine improvisierte Toilette

Beim Pipimachen in der Natur haben Männer definitiv einen Vorteil. Für Frauen gibt es aber Hilfsmittel (Frauenurinal), die es möglich machen, ebenfalls im Stehen zu pieseln, statt mit nacktem Po in der Natur zu hocken und dabei hilflos den hungrigen Mücken ausgeliefert zu sein. Sie variieren von einer einfachen Plastikrinne bis zum anatomisch geformten Trichter aus weichem Kunststoff. In Kombination mit einem kleinen, sicher zuschraubbaren Kanister mit großer Öffnung ermöglichen sie auch das »kleine Geschäft« im Campervan, wenn in der Nacht der Weg zu den Sanitäranlagen zu weit ist oder statt Toilette nur eine V/E-Station zur Verfügung steht.

Urin entwickelt schnell einen beißenden Geruch. Wenn ihr also sicher seid, dass ihr den Inhalt eures Kanisters in eine Toilette oder eine V/E und nicht in die Natur entlassen werdet, könnt ihr den Geruch mit ein paar Tropfen Handspülmittel neutralisieren, die ihr einfach in den Urin tropft. Das funktioniert erstaunlich gut.

Kildwick MiniLoo
Das Kildwick MiniLoo ist eine umweltfreundliche Alternative zum Porta Potti

Eine Trenntoilette im Campervan

Sehr spannend finden wir auch die neue Trenntoilette »MiniLoo« der jungen Leipziger Firma Kildwick. Sie ist in einer Holzbox untergebracht, die nur wenig mehr Platz braucht als ein Porta Potti. Mit zugeklappten Deckel kann sie als Sitzplatz genutzt werden. Nachdem in diesem Sommer durch die Corona-Kontaktbeschränkungen Autarkie im Campervan eine ganz andere Relevanz hat, als in anderen Jahren, werden wir die mobile Trenntoilette in diesem Sommer für euch testen. Unseren Bericht findet ihr hier. Vielen Dank an Kildwick für diese Kooperation.

Transparenzhinweis zum Thema Werbung: Alle Ausrüstungsgegenstände, die wir in diesem Artikel vorstellen haben wir im Laufe der Jahre selbst angeschafft und komplett bezahlt. Wir empfehlen sie ausschließlich aus Überzeugung und ohne einen Nutzen daraus zu ziehen. Eine Gegenleistung der genannten Hersteller gab und gibt es nicht.

Nur das MiniLoo wurde uns von Kildwick kostenlos zum Test zur Verfügung gestellt. Wir haben diese Kooperation aber aus persönlichem Interesse selbst angefragt und werden hier ohne Zensur berichten, wie die mobile Trenntoilette sich in unserem Reisealltag bewährt.

Weitere Artikel aus der Naturzeit Vanlife-Serie:

>> Hier geht es zurück zur Übersicht

Das sind unsere neuen Unsere Vanlife-Projekte für 2020 und 2021

>> Online mit dem CamperNet
>> Das Kildwick MiniLoo – eine Trenntoilette statt Porta Potti
>> Wasserfilter statt Plastikflaschen

Kanubiwak Loire

Outdoor-Abenteuer mit Kindern

Frische, klare Luft und Vogelzwitschern. Der Boden unter unseren Füßen federt sanft und um uns herum ist alles grün. Natur tut einfach gut. Sie bringt uns weit weg von der Alltagshektik und dem Lärm der Zivilisation, den Anforderungen von Job, Kita und Schule. Tief durchatmen, sich nur noch um elementare Dinge kümmern, abschalten und einfach ein bisschen langsamer leben. Wenigstens für eine kurze Zeit!

Ihr liebt es in der Natur zu sein und träumt davon kleine und große Outdoor-Abenteuer mit euren Kindern zu erleben?

Auf eine Kanutour mit Zeltplatz und Lagerfeuer am Wasser, eine Wanderung durch die norwegische Weite oder eine erste kleine Bergtour mit Übernachtung auf einer Hütte? Ihr möchtet mehrere Tage in den Bergen unterwegs sein oder, statt mit Auto oder Flugzeug, einfach mal mit dem Fahrrad verreisen?

Dann seid ihr hier genau richtig! Denn genau darum geht es in unserem neuen Naturzeit Familienreiseführer »Trekkingträume für Familien«. Das Buch eignet sich also sowohl für Outdoor-Anfänger als auch für erfahrene Outdoor-­Fans, die vor der Herausforderung stehen, ihr liebstes Hobby mit ihren Kindern zu teilen.

Outdoor-Abenteuer: Fahrrad, Wandern, Kanu
Bei dem Begriff »Trekkingtour« denkt man ja zuerst einmal an mehrtägige Wanderungen. Es ist aber bei den meisten Kindern nicht so einfach, sie für lange Fußmärsche zu begeistern. Und
wie bitte transportiert man die Ausrüstung für vier Personen in zwei Wanderrucksäcken?
Fahrrad und Kanu sind ziemlich gute Alternativen, wenn ihr als Familie hinaus in die Natur wollt.

Vom Mikroabenteuer zur Trekkingtour

Wir stellen euch mit unseren »Trekkingträumen« verschiedene Möglichkeiten vor, wie ihr mit Kindern Auszeiten in der Natur verwirklichen könnt. Denn Outdoor-Abenteuer mit Kindern sind zwar möglich, sie sind sogar etwas ganz Besonderes, unterscheiden sich aber doch deutlich von Touren für Große. Nehmt ihr eure Kinder mit auf Trekkingtouren, werden eure Tagesetappen kürzer und jeder sportlicher Ehrgeiz ist leider völlig fehl am Platz. Outdoortouren mit Kindern sind eher so etwas wie Teambuilding und Erlebnispädagogik und das ist auch ihr ganz besonderer Wert. Eine Familientour soll sich nach Abenteuer anfühlen und intensive, positive Erinnerungen hinterlassen und wird euch im besten Fall zu einem starken Familienteam zusammenschweißen. Dazu sind kreative Ideen hilfreich und ein bisschen Handwerkszeug, das wir versuchen euch in diesem Buch zu vermitteln.

Know-how für Outdoor-Abenteuer
Know-How für Outdoortouren: Die richtige Ausrüstung und Kleidung, eine Tour planen, Orientierung unterwegs, Kinder motivieren, Spiele in der Natur, Zelten bei Sonne und Regen, im Freien kochen, ein Feuer machen und vieles mehr, sind die Themen im ersten Teil des Buches.

Wenn ihr erst als Familie entdeckt, dass Bewegung und Leben in der Natur einfach gut tun, liefern wir euch auch das allgemeine Basiswissen zu Ausrüstung und Planung einer Mehrtagestour. Dazu kommen dann spezielle Tipps und Ideen für entspannten Outdoorspaß mit Kindern.

Als weitere Starthilfe haben wir 25 konkrete Tourenvorschläge mit einer Dauer von zwei bis sechs Tagen für euch zusammengestellt.

25 Outdoor-Abenteuer für Familien
25 Trekkingtouren für Familien
Unsere 25 Familien-Outdoor-Abenteuer haben wir, wie immer, persönlich für euch getestet.
Sie sind genau beschrieben und mit Übersichtskarte ergänzt. Elf der Tourenvorschläge befinden sich an Zielen in Deutschland, die anderen findet ihr in Frankreich (inklusive Korsika), Norditalien, Slowenien, Norwegen, Schweden und auf der dänischen Insel Bornholm.

Das Team

Das Team
Von links nach rechts: Andrea und Stefanie mit Esel Tasman, Regina mit ihren Kids Joshua und Joana sowie Thorsten und Johanna in voller Fahrradmontur. Nicht im Bild: Papa Lars und die die Junior-Radlerinnen Alma und Greta, die ihr aber oben auf den Bildern seht.
Bild vom Buch

Die »Trekkingträume« sind im Teamwork entstanden. Sie sammeln und mischen die Outdoor-Erfahrung und das Know-How von drei Familien und aus gut 15 Jahren Familienreisezeit.

Die Kinder der drei Autorinnen sind in ganz unterschiedlichem Alter. Stefanies Kinder sind bereits erwachsen und planen ihre eigenen Reisen, während die Outdoorzeit von Johannas Familie gerade erst beginnt. Reginas Kids werden gerade zu Teenagern und schauen auf eine reiseintensive Kindheit mit einigen recht außergewöhnlichen Trekkingtouren zurück, die sie auch nach Südafrika, Marokko und in die Nationalparks der USA führten. Jede der drei Familien liebt es, draußen unterwegs zu sein, und hat ihren ganz eigenen Weg in die Natur gefunden.

In den Trekkingträumen teilen wir nicht nur Wissen und Erfahrungen aus eigenen Touren, sondern auch Ideen und Reisegeschichten. Wir möchten euch Anregungen mitgeben und damit Mut und Lust machen, eure eigenen Outdoor-Abenteuer mit Kindern anzugehen. Es lohnt sich!

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